Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: Alarm im Weltall

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Alarm im Weltall


Mehr als vor uralten Tintenfischkreaturen aus anderen Dimensionen, mehr als vor atombetriebenen Rieseninsekten und Kettensägen schwingenden Zombies mit Laserkanonen an den Köpfen fürchten wir uns vor dem, was in uns selbst lauert. Wir Menschen sind beileibe nicht so weit von unserer primitiven Vergangenheit entfernt, wie wir es gerne wären – und tief in unserem Herzen wissen wir das auch. Unsere finstersten Gedanken, Gelüste und Begierden machen uns viel mehr Angst als jedes Phantasiemonster. Sich diesen Gedanken zu stellen ist schwierig, schon weil uns dann klarwird, wie wenig uns vom Tier trennt. Und wie schwer zu kontrollieren unser Verstand ist ... Denn wäre es nicht schlimm, wenn wir die Kontrolle verlören? Und damit unsere Menschlichkeit? Mehr noch als Spiritualität, Glaube oder technisches Know-how definiert sich unsere Seele durch unser Bewusstsein, unsere Selbstwahrnehmung und durch den Wunsch, unsere primitiven Wurzeln zu kappen. Wenn wir jedoch dem Es nachgeben – unserem Unterbewusstsein, unserem Instinkt –, dann unterscheidet uns rein gar nichts mehr vom Affen. Und das ist das Schlimmste, was wir uns überhaupt vorstellen können.


Freud stellte das Es in seinem Aufsatz Jenseits des Lustprinzips von 1920 vor. Alarm im Weltall – der beste Science-Fiction-Film, der je von Shakespeare inspiriert wurde – erforschte das Es im Jahre 1956 auf greifbarere Art.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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