Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: Carl Sagan

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Carl Sagan


Als berühmter Agnostiker nahm uns Carl Sagan mit auf seine Suche nach Gott. Diese Suche erstreckte sich bis an die Ränder des Universums. Er machte uns klar, dass wir unbedeutend sind, aber doch großartig; dass das menschliche Leben und die Erde selbst Teil eines Kreislaufs aus Sternengeburten und -toden sind. Gewissermaßen im Alleingang vereitelte Sagan den Versuch von Kreationismus, Intelligent Design und anderen religiösen Strömungen, die Wissenschaft als solche zu entwerten. Stattdessen schlug er einen kraftvollen Spiritualismus vor: die ganz bewusste Wahrnehmung unserer Stellung im physischen Universum. Seine Begeisterung für astronomische Entdeckungen war ansteckend, er lehrte uns aber auch Demut, indem er uns mit Hilfe neuester Technologien die Wunder zeigte, die permanent in Reichweite unserer Teleskope geschehen. Für unzählige Geeks und Nichtgeeks war Sagan der einzige Priester, dessen Katechismen Sinn ergaben, und sein Tempel – das Himmelsgewölbe selbst – wurde für sie zur einzigen Kirche, in der es sich zu beten lohnte.

 

Sagans berühmte Wendung „Milliarden und Abermilliarden“ – er meint damit die Sterne – wurde ihm zuerst von seinen Fans in den Mund gelegt. Er machte sich die Formulierung aber irgendwann zu eigen.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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