Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: Indiana Jones

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Indiana Jones


Der Schriftsteller André Gide sagte einmal: „Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.“ Indiana Jones’ Absage an die alten Schatzsucher-Klischees war von Steven Spielberg ganz offenbar ironisch gemeint. Es ist aber tatsächlich so, dass man oft nur durch Zufall wirklich lohnende Entdeckungen macht – vielleicht muss man nur einfach lange genug den Blick von der Landkarte heben. Der gute Dr. Jones verkörperte genau diese Haltung: Zeit seines Lebens jagte nicht etwa er den Abenteuern hinterher, im Gegenteil – die Abenteuer fanden ihn. Ob er nun die Bundeslade, den Heiligen Gral oder einen Alien-Schädel aufstöberte – immer war die Suche viel wichtiger als der eigentliche Schatz. Und das nicht nur für Indy, sondern auch für die Zuschauer. Denn es ist ja so: Es ist toll, ein konkretes Ziel zu haben – man sollte nur nicht die echten Schätze ignorieren, die direkt danebenliegen.

 

Hier eine Denkaufgabe für unsere Leser: Wer würde bei einer wirklich schwierigen Schnitzeljagd gewinnen – Indiana Jones, der Archäologe aus dem 20. Jahrhundert, oder seine Kollegin River Song aus dem 51. Jahrhundert?


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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