Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: Rod Serling

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Rod Serling


In dieser klassischen Twilight-Zone-Folge erobern Aliens die Erde, indem sie eine Schwachstelle der Menschen nutzen: Furcht und gegenseitiges Misstrauen. Diese Gefühle sind der reinste Zündstoff; die Aliens hetzen völlig normale Nachbarn gegeneinander auf, um jeden organisierten Widerstand schon im Keim zu ersticken. Mit obigem Zitat prangert Serling – wie so oft von der Twilight-Zone-Kanzel herab – einen grundlegenden gesellschaftlichen Missstand an. Der Kern seiner düsteren Geschichte bezieht sich auf alle Situationen, in denen wir mit dem Finger auf „andere“ zeigen. Wie damals, als japanischstämmige Amerikaner in Camps zusammengetrieben wurden, weil man sie für „Feinde“ hielt. Oder als unzählige gesetzestreue Bürger ihre Lebensgrundlage verloren, weil man sie als Kommunisten brandmarkte. In Serlings Gleichnis steckt viel Wahrheit – kein Wunder also, dass „Maple Street“ vom Time Magazine zur besten Twilight-Zone-Folge aller Zeiten ernannt wurde. Wie alle bedeutenden Science-Fiction-Werke konfrontiert auch diese Folge die Zuschauer mit der Frage: „Wie würdet ihr euch in dieser Situation verhalten?“

 

Einige der größten Science-Fiction-Autoren des 20. Jahrhunderts schrieben Geschichten für Twilight Zone: Ray Bradbury, Richard Matheson und Jerome Bixby etwa. Die oben zitierte Maple-Street-Folge stammt von Rod Serling, dem Erfinder der TV-Serie, selbst.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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