Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: Neal Stephenson

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Neal Stephenson


Für den männlichen Geek ist es eine Frage der Ehre, sich von den harten Jungs zu distanzieren. Der männliche Geek macht sich da aber leider etwas vor: Es ist nämlich so, dass sich Geeks und Prolls gar nicht mal so stark voneinander unterscheiden. Beide phantasieren davon, einmal der ganz große Held zu sein; Mickey Mantle oder Batman, Muhammad Ali oder Casanova. Ob Nerd oder nicht: Männer träumen davon, ihr Umfeld in Staunen zu versetzen. Wobei mit „Umfeld“ vor allem „Frauen“ gemeint sind. Die männlichen Referenzgruppen unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer konkreten Sehnsüchte: Athleten träumen etwa von sportlichen Großtaten; der körperlich schwächere Geek aber jagt größeren Zielen hinterher. Die Play-offs gewinnen? Pfff! Warum nicht gleich die ganze Welt zu retten? Kann zwar sein, dass wir nur unsere Selbstzweifel in Phantasiewelten überkompensieren. Aber manchmal glauben wir tatsächlich fest daran, dass wir jene richtig harte Sau werden können, die wir in unserer Phantasie immer waren.

 

Der Barock-Zyklus gilt als Neil Stephensons Meisterwerk. Zu einer Ikone des Cyberpunk wurde er allerdings durch Snow Crash (1992).


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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