Kolumne von Stephen H. Segal: Die Weisheit der Nerds: Mr. Tyzik

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Mr. Tyzik


Alles ist eine Frage der Perspektive. Kann man den Kopf eines Menschen zwischen Daumen und Zeigefinger zerquetschen? Natürlich nicht ... es sei denn, man steht drei Meter entfernt und hält die Hand auf Augenhöhe, wobei der Kopf dann tatsächlich nur eine Traube ist, die man mit seinen mächtigen Fingern zerquetscht. Das ist natürlich eine optische Täuschung – doch optische Täuschungen und Perspektivwechsel à la Escher sind ein mächtiges Werkzeug, das in Geek-Geschichten oft ganz bewusst eingesetzt wird. Die TARDIS in Doctor Who passt etwa in ein 1,20 mal 1,20 mal 2,10 Meter großes Gehäuse – einfach weil sie drinnen größer als draußen ist. Oder wenn Obi-Wan Kenobi Luke erklärt, dass seine frühere Behauptung („Von ihm wurde dein Vater verraten und ermordet.“) keine Lüge war, sondern lediglich eine spirituelle Deutung der Wahrheit. Ein Perspektivwechsel ist der Königsweg, die Phantasie und die Fähigkeit zur Problemlösung anzuregen. Aus diesem Grund heuern Firmen auch externe Berater an oder organisieren Klausurtagungen, bei denen die Mitarbeiter mal Outside the Box denken sollen. Auch im Alltag ist ein Perspektivwechsel hilfreich. Wenn du zur Abwechslung mal einen anderen Weg einschlägst, stößt du vielleicht auf etwas Tolles, das du bisher übersehen hast. Dein Kopf wird vielleicht nicht explodieren. Aber es könnte dich umhauen.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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