Kolumne: "Die Weisheit der Nerds" von Stephen H. Segal

© Mario Zucca

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Voltron


„Zuerst Füße und Beine! Dann Arme und Torso! Zuletzt den Kopf!“

Keith, Voltron

 

 

Das Wort „Organisation“ bedeutet im Grunde: „Menschen wie Organe einsetzen“. Alle Mitglieder einer Organisation fügen sich wie Körperteile zu einem größeren System zusammen; die individuellen Leistungen dienen einem gemeinsamen Ziel. Voltron und vergleichbare Sci-Fi-Serien aus Japan – zum Beispiel Super Sentai alias Power Rangers – nahmen das wörtlich. Voltron erzählt von den Abenteuern einer fünfköpfigen Weltraumkriegerstaffel: Jeder von ihnen besitzt ein farbcodiertes Kampfgefährt, das sich in einen Arm, ein Bein, den Torso oder den Kopf eines Roboters verwandeln kann – zusammengesetzt ergeben sie eine riesige und mächtige Gestalt. Das passt, denn die Serie stammt aus einem Land, in dem das Kollektiv bekanntermaßen mehr zählt als das Individuum. In den USA wiederum neigt man dazu, die Leistungen Einzelner zu verklären, sei es in Kunst, Wirtschaft oder Politik – sogar die Sportteams haben ihre Superstars. Dabei treiben viele amerikanische Kinder nicht mal Sport; für sie war Voltron ein mächtiges und greifbares Symbol für die enorme Kraft des Teamworks.


Die Serie lief zuerst unter dem Namen Voltron – Der Beschützer des Universums auf RTL2. Für die deutsche Veröffentlichung auf DVD (2008) wurde sie neu synchronisiert.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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