Dungeons und Worksouts (Teil 4): Vom Winde verweht

BUCH

Dungeons und Workouts (Teil 4): Kniebeugen und Crunches


TOR Team
30.04.2018

Im letzten Teil unserer Sportserie "Dungeons & Workouts" (Meyer & Meyer Verlag) musst du noch mal richtig ran an die Bouletten! KEINE SCHMERZEN!

Hier geht's zu Teil 1 / Teil 2 und Teil 3 unserer Sportstrecke "Dungeons & Workouts".

Der Wagen ist repariert und du bist dankbar, dass Boldus wenigstens mit geschickten Händengesegnet ist, sodass du nicht ewig den Wagen stützen musstest. „Vorzügliche Leistung, Siesehen mich erstaunt und beeindruckt. Solch helfende Hände kann ich gut gebrauchen, wolltIhr mich nicht auf dem Weg nach Stillheim begleiten?“ Du überlegst dir kurz, ob du mit ihmauf dem Wagen fährst oder lieber noch Vorräte mitnehmen solltest, um dann letztendlich zulaufen.

Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht

Option 1:

„Wirklich herzallerliebst, dass Sie sich für meine Gesellschaft entschieden haben. Ich bin mir absolut sicher, dass diese Fahrt erquickend und äußerst angenehm werden wird“, säuselt Boldus Grün und bittet dich mit einer Handbewegung auf den Wagen zu steigen. Du klopfst noch deine Hände an deiner Hose ab und begibst dich zu Boldus auf den Wagen. Doch als du dich auf den Sitz neben dem Fahrer schwingen möchtest, versetzt du dem Gefährt einen weiteren Knacks und das gerade geflickte Rad gibt erneut nach. Purzelnd rollen Boldus und du vom Gefährt und ihr liegt einmal mehr auf dem leicht matschigen Boden der Tatsachen. „Meine Güte, das ist mir wirklich unangenehm, die Technik, welche ich für die Reparatur verwendet habe, war ausschließlich für Ein-Mann-Wagen, entschuldigen Sie bitte vielmals. Ich mache mich sogleich mit der richtigen Technik an die Arbeit. Wenn Sie bitte noch einmal so freundlich wären.“ 

Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht

Nach der zweiten Reparatur sieht der Wagen wieder flott aus und die Reise kann weitergehen. „Mir hilft bei Verspannungen immer diese wunderbare Übung, versuchen Sie es mal.“ Du beobachtest Boldus dabei, wie er sich auf dem Fahrersitz windet, um möglichst anschaulich zu wirken.

Am Haus deines Nachbarn kommt dir eine Idee und du bittest Boldus darum, dich hier schon abzusetzen. „Aber sehr gerne, kommen Sie gut an Ihr Ziel. Es war mir eine Freude, Ihre Bekanntschaft zu machen“, verabschiedet er sich.

 

Option 2:

„Nicht? Nun denn, das Angebot steht, aber wenn Sie Ihre eigenen Pläne haben, respektiere ich das natürlich. Machen Sie es gut.“ Klappernd tingelt der Wagen in Richtung Stillheim weiter, während du dich in Richtung deines Hauses aufmachst. Mit neu geschöpftem Mut stapfst du an den Ziegen vorbei ins Haus, wirfst noch einen kurzen Blick auf Idas Bett mit ihrer Puppe darin und stopfst dann entschlossen alles Wichtige in deine Taschen. Die Brotreste, die die Ameisen übrig ließen, ebenso wie Apfel und Birne, die seit einer Woche auf der Anrichte stehen. Dazu den Hammer, mit dem du schon vor Tagen einige der Schindeln am Dach wieder reparieren wolltest.

 Ein letzter Blick zurück in das Haus lässt die Emotionen in dir noch einmal hochkochen. Die Wut und die Trauer werden aber überboten von der Entschlossenheit, die sich in deinem Gesicht und deiner Körpersprache widerspiegelt. Du schließt die Tür und läufst los, immer weiter. Bis du am Haus deines Nachbarn vorbeikommst und eine Idee hast. 

Vor dir liegt das Grundstück von Franz Gorgonta, er ist dir nie durch besonders kluge Kommentare oder Handlungen aufgefallen, was ihn sympathisch macht, aber auch beeinflussbar. Das möchtest du dir zunutze machen, denn auch wenn deine Schwester allerhöchste Priorität hat, so kannst du die Ziegen auf eurem Hof nicht einfach sich selbst überlassen. Selbstbewusst rufst du seinen Namen. Ein Wimmern antwortet dir: „Hier bin ich, hier unten.“ Statt wie üblich auf der Bank vor seinem Haus mit einer Pfeife in der Hand, krümmt sich vor dir nun ein Franz mit offensichtlich großen Schmerzen. „Ei, du kommst gerade recht, ich habe so starke Bauchschmerzen, ich kann mich nicht um meine Tiere kümmern, das kannst du doch bestimmt übernehmen, ja?“ In einer Art Kurzschlussreaktion fasst du dir an den Bauch und legst dich neben ihn. Du erklärst ihm, dass deine Bauchschmerzen noch viel schlimmer seien und dass er sich darum um deinen Hof kümmern müsste. Von den Worten nicht überzeugt, möchte er mit eigenen Augen sehen, dass du dich noch mehr als er vor Schmerzen krümmst, dann allerdings würde er deinen Hof mitversorgen.

Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht
Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht

Mit sichtlich schlechtem Gewissen gesteht Franz dir zu, die größeren Schmerzen zu haben. Du sagst ihm die Hände wieder auf den Bauch legend, was es zu tun gibt und siehst ihn, sich immer noch krümmend, von dannen ziehen in Richtung deines Hofes. Die Tiere sind nun versorgt und du kannst wieder all deine Kraft in die Rettung deiner Schwester stecken, das heißt in diesem Fall deine Reise nach Stillheim fortsetzen.

Auf dem Weg bist du dir nicht mehr sicher, ob deine vorgetäuschten Bauchschmerzen inzwischen nicht schon Realität geworden sind. Der Pfad führt dich vorbei an der Plantage eines Obstbauern und dem Weidevieh des regionalen Rinderzuchtchampions. Diese Kühe sind wirklich prachtvoll anzusehen, in allen möglichen Mustern reihen sich lila-weiße an braun-weiße und schwarz-bunte. Wiesen und Felder ziehen vorbei und der Weg wird immer besser befestigt, da erhebt sich vor dir bereits die Stadtmauer von Stillheim. An dem Tor zur Stadt angelangt, senkt sich vor dir die Hand mit einer Hellebarde. „Wer bist’n du? Was willste hier?“ Die Wache hat offenbar nicht vor, dich unbehelligt passieren zu lassen. Die tumbe Art des grobschlächtigen Gesellen vor dir ist Grund genug, keine Spielchen zu versuchen, sondern von vornherein mit der Wahrheit rauszurücken. Du beschränkst dich also auf das Wesentliche und beginnst zu erzählen.

Dem Gesicht deines Gegenübers ist dabei nicht zu entnehmen, ob es versteht, was du erzählst oder ein kleiner Affe mit Schellen hinter seinen Augen Salti schlägt. Nach einer Weile siehst du, wie sich seine Stirn in Falten legt, als würde er noch kurz darüber nachdenken, ob er das letzte Stück Käse schon gegessen hat. Harsch fährt er dich mitten im tränenreichen Abschnitt über die aufkommende Verzweiflung in dir an: „Jo, kann sein, aber du kannst nich’ rein. Die Stadt ist zu, Sicherheitsverschluss oder so, darf auf jeden Fall keinen durchlassen. Bist ja nicht von der Stadtverwaltung oder den Wachen, also mach dich vom Acker.“ Mit sanftem Druck seiner Hände gibt er dir zu verstehen, dass an ihm heute kein Vorbeikommen ist und du dich wieder auf den Heimweg machen sollst. Auch deine Versuche bettelnd, mit dem Oberteil über dem Kopf, und flehend, dich herzzerreißend an das Bein der Wache schmeißend, sind nicht von Erfolg gekrönt. Offensichtlich ist es dir nicht möglich, Einlass nach Stillheim zu erhalten. 

Du trottest langsam Steine vor dir her kickend Richtung Wiesen zurück, als dir hinter einer Kurve ein Wagen auffällt, es ist nicht der von Boldus Grün, aber dessen Wagen nicht ganz unähnlich. Zwei Männer hieven keuchend Lebensmittel auf die Ladefläche. Die Mengen sind wirklich auffällig, so viel lässt sich auf dem Markt in Stillheim normalerweise nicht unter die Leute bringen. Du vermutest, dass es etwas mit dem von der Wache erwähnten Sicherheitsverschluss zu tun hat. Die Säcke vor dem Wagen beinhalten sicher Vorräte für viele Tage. Für eine Stadt mit einem großen Markt ist es ungewöhnlich, überhaupt die Tore zu schließen, aber diese große Menge an Vorräten ist umso ungewöhnlicher, da sich Stillheim weder im Krieg befindet noch irgendeine Epidemie grassiert, von der du gehört hättest. Die Neugier treibt dich hin zu dem Wagen, denn wenn du weiterkommen möchtest, musst du wissen, was dort in Stillheim vor sich geht.

Die Männer ächzen gerade unter der Last des nächsten Sackes, den sie auf den Wagen stemmen, da machen die Augen des Älteren dich aus. Mit hochrotem Kopf tritt er an dich heran und schmeißt dir den nächsten Sack in die Magengrube, sodass aus dir jegliche Luft entweicht und auch der Sack mit den Vorräten zu Boden geht.

Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht

„Was meinst du, was das hier ist? Ein Ferienlager? Hier wird nicht faul rumgestanden, sondern mit angepackt. Das Zeug muss da rauf. Ziemlich zügig. Schön aus den Knien und ab dafür.“ Ohne große Widerworte legst du los und wuchtest die Säcke vom Boden hoch ins Wageninnere.

Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht
Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht

Alle Säcke sind inzwischen auf dem Wagen und du außer Atem, sodass sich keine Chance ergibt, nach dem genauen Grund für diese Maßnahmen zu fragen. Die Räder setzen sich langsam in Bewegung und du triffst in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung. Mit einem großen Satz überwindest du die Distanz zur Ladefläche und ziehst dich zwischen den Säcken hoch. Du versuchst, dich so klein wie möglich zu machen und rückst noch einen der Säcke in das Sichtfeld zwischen dir und der hinteren Öffnung des Wagens. Du kannst gerade so durch einen Spalt zwischen den Vorräten erkennen, dass die Ladung tatsächlich auf dem Weg in Richtung Inneres von Stillheim ist.

Das größte Hindernis wartet aber noch in Form des Wachmanns mit der Hellebarde. Du kannst ihn zwar nicht sehen, aber du hörst sein grollendes „Was wollt ihr?“ – „Wir bringen die letzten Vorräte auf Wunsch der Stadtverwaltung“, entgegnet der Mann, der dich für das Beladen zwangsrekrutiert hat. „Alles klar, kannst durch. Macht das Tor auf!“, brüllt der Wachmann. Dem Quietschen der Scharniere folgt das Rattern des anfahrenden Wagens. Du verziehst dich etwas tiefer zwischen die Vorräte, um nicht Gefahr zu laufen, von der Wache entdeckt zu werden. Mit einem lauten Krachen schlägt das Stadttor wieder zu und du wagst dich wieder weiter vor, um den richtigen Zeitpunkt für den Absprung zu erwischen. In einem günstigen Augenblick schwingst du dich vom Wagen und tauchst in der Menge am Wegesrand unter.

Stillheim ist für dich jedes Mal wieder ein Abenteuer. Als jemand, der auf den Feldern aufgewachsen ist, hat die Stadt noch mal eine ganz eigene Anziehungskraft auf dich. Nicht nur die ausladenden Gebäude mit ihren reich verzierten Fassaden, auch die Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren in dieser Stadt machen jeden Besuch für dich zu einer Wundertüte. Über dem geschäftigen Treiben auf den hier ansatzweise befestigten Wegen wabert drohend der Rauch aus den vollkommen verrußten Schornsteinen. Die Menschen um dich herum unterscheiden sich von dem Publikum deiner sonstigen Besuche hier, es sind keine Bauern hier, niemand, der wie du sonst seine Ware auf einem Markt anbieten würde. Auf dem üppigen Marktplatz macht sich unter den Anwesenden ein nervöses Gemurmel breit statt des üblichen Geschreis der Standbetreiber. Die fröhliche Grundstimmung, die den Namen der Stadt sonst ad absurdum führt, ist komplett verschwunden und einer bedrohlichen, ernsten Atmosphäre gewichen. Beeindruckt von diesem neuen Gefühl musst du dich erst mal neu zurechtfinden, dabei drehst du dich versehentlich in eine ältere Dame hinein und veranlasst sie dazu, zwei Schritte rückwärts zu taumeln.

„Sag mal, bist du blind oder einfach nur blöd? So eine Frechheit, glaubst wohl, mit alten Leuten kann man alles machen. Soweit kommt das noch. Dann auch noch mit deinen abgeranzten Klamotten, ist ja widerlich.

Und meine Bananen hast du auch noch auf dem Boden verteilt, die hebst du aber schön wieder auf!“

Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht
Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht

„Dein junger Rücken kann das sicher viel besser verkraften“, raunt sie dir zu und hält einen Beutel auf. Du fängst an, die Bananen einzusammeln und packst sie behutsam, eine nach der anderen, in die Tasche.

Dungeons und Worksouts (Teil 2): Vom Winde verweht

Nachdem du auch die letzte Banane unversehrt in den Beutel der alten Dame verfrachtet hast, erhellen sich ihre Gesichtszüge und du siehst dich auf einmal einem Lächeln gegenüber. „Es tut mir leid, ich stehe etwas unter Stress, die ganze Stadt ist in Aufruhr, weil sie die Tore dichtgemacht haben. Ich wünschte, sie würden uns sagen, worum es dabei geht. So macht sich doch jeder einfach nur Sorgen.“ Die Dame verbeugt sich kaum merklich vor dir, du tust es ihr gleich und entschuldigst dich für den auslösenden Zusammenstoß. „Nicht doch, ich war auch blindlings unterwegs, mach dir keine Gedanken. Und vielen Dank für deine Hilfe, ich hab da noch eine Kleinigkeit für dich.“ Sie nimmt ihr kleines Notizbuch, reißt eine Seite heraus und gibt sie dir. (Rezept für Bananenpancakes findest du im Buch auf Seite 228)

Du winkst ihr zum Abschied und machst dich auf den Weg weiter in die Stadt hinein.

 

→  Nur wenige Meter hinter der alten Dame hörst du es aus eine Gasse rufen: „Oh weh, ihr Armen, er wird kommen euch zu holen. All diejenigen, die ihr Müßiggänger seid. Eure Faulheit dringt aus euren Poren und führt ihn zu euch, ihr könnt ihm nicht entkommen. Er wird euch verschleppen und verzehren. Es hat schon begonnen. Er kreist hoch oben über diesem Land.“ Die Stimme verstummt. Du begibst dich zu der Gasse, denn was du gerade gehört hast, erinnert dich stark an das, was du gesehen hast, als deine Schwester verschwand. Die Menschen, die dir entgegenkommen, schütteln verständnislos ihren Kopf und versuchen, Abstand zu der Gasse zu gewinnen. Andere hingegen hängen an den Lippen der Frau, die sich auf eine kleine Obstkiste gestellt hat, um möglichst viele Leute zu erreichen. Du willst gerade noch näher herangehen, um mehr zu erfahren, als ein Scheppern hinter dir dich herumfahren lässt. Eine mächtige, silbrige Gestalt bahnt sich seinen Weg in deine Richtung und an dir vorbei. Es ist Jorbald Süßgrund *, seines Zeichens leitender Kommandant der Stadtwache. Ihn kennt hier rund um Stillheim jeder und keiner weiß mehr so ganz genau, welche Geschichten über ihn wahr sind.

Du brauchst keinen Schritt beiseite machen, denn er schiebt dich mit Leichtigkeit weg und richtet seine Stimme an die Frau auf der Kiste. „Sei still, die Bürger dieser Stadt stehen unter dem Schutz der Stadtwache, nichts und niemand wird hier eindringen. Schweig still.“ Seine Stimme gleicht einem Donnergrollen, deine Nackenhaare stellen sich auf. Wenn er die Frau nun mitnimmt, ist deine einzige Spur zur Rettung von Ida dahin, weggesperrt in den dunklen Kerkern der Stadt. Du erhebst deine Stimme und setzt dich für die Frau ein. Für Jorbald sind Widerworte Grund genug, sein Schwert zu ziehen und zähnefletschend zum Streich auszuholen. Die Menschen um euch herum saugen scharf die Luft ein und blicken voller Unglaube und Spannung in Richtung des Kommandanten. Sich der Unehrenhaftigkeit seines Handelns gewahr werdend, besinnt sich Jorbald und steckt das Schwert zurück in die Scheide. „Was möchte so ein Schwächling wie du von dieser Verrückten?“, feixt er dir zu. Der „Schwächling“ von ihm war nun wirklich nicht nötig gewesen, findest du. Dass du in diesem Punkt anderer Meinung bist, lässt du ihn darum auch ruhig, aber bestimmt, wissen. Auf diesen Messerstich wartend, legt er sofort nach. „Dann zeig doch allen hier, dass hinter deinen Worten nicht nur heiße Luft steckt. Ich fordere dich heraus, du und ich, Mann gegen Maus!“ Du machst dich bereit, diesem Koloss gegenüberzutreten.

„Halt, Stopp! Warte mal. Was glaubst du, was du da machst?“ Du bleibst stehen, die Menschen um dich herum fangen an vor deinen Augen zu flimmern. „Ey, Kollege, in deiner Tasche!“ Du holst den Zettel mit der Nachricht deiner Schwester hervor und schaust ihn ungläubig an. „Ja nee, is klar. So’n Zettel mit Buntstift kann reden. Natürlich nicht, zum Reden braucht man schon mal mindestens zwei Seiten, weiß man doch.“ Du kramst also nach dem Buch, das du in dem Feld gefunden hast und dir schon so manchen Hinweis lieferte. „Geht doch. Aber jetzt mal zum Wesentlichen, du glaubst doch nicht, dass du schon eine Chance hast gegen Meister Mächtig hier.“ Bis auf Jorbald sind alle Leute um dich herum verschwunden und einem gemütlich anmutenden Zimmer gewichen, in welchem eine große Matte liegt. Du entgegnest dem Buch, dass du das mit all deiner Entschlossenheit schon meistern wirst. „Glaubst du, Entschlossenheit kann einen Stein zerkloppen? Weil Süßi da vorne kann das mit Leichtigkeit.“ Unsicher, woher das Buch das weiß und was gerade vor sich geht, weichst du zurück.

„Ach so, ja, ich bin H.E.R.O., aber nenn mich einfach Hero. Ich mag zwar aussehen wie ein altes Buch, doch bin in Wirklichkeit gar nicht so alt. Ich schnappe hier und da was auf, sodass ich auf dem neuesten Stand bleibe, man muss ja mit der Zeit gehen. Über ein sprechendes Buch kannst du dich allerdings später wundern, jetzt ist erst mal Klartext angesagt. Und nein, andere hören mich nicht, ich kann mich nicht bewegen und ja, du hast sie nicht mehr alle. Das Letztere allerdings, weil du denkst, du könntest jetzt schon gegen diesen Tausendsassa antreten. Ohne Augen und mit zugeklapptem Einband kann ich erkennen, dass du jede Menge Training brauchst.“ Die ganze Zeit über hältst du das Buch in den Händen und Jorbald hat sich nicht einen Milimeter bewegt.

„So, damit du nicht als Volltrottel dastehst und diesem Großmaul mal zeigen kannst, dass er nicht der größte Larry ist, hab ich dich hierher gebracht. Willkommen im Langzeit-Aufenthalts-Spezial-Ertüchtigungs-und-Ruhe-Dojo. So brauchst du dich vor so einem Brocken wie dem hier nicht kleinlaut zurückziehen, sondern kannst hier trainieren. Die Zeit außerhalb des Dojos steht dann still, du kannst damit nicht nur gestern, sondern auch schon heute schlagen. Du kannst hier noch mal durchgehen und wiederholen, was du in dem letzten Abschnitt deiner Reise, wir Bücher nennen das ‚Kapitel’, gelernt hast. Damit sollten sich auch die größten Hürden überwinden lassen, körperlich wie mental. Wenn du soweit bist, tritt Jorbald einfach entgegen, dann zählt es wirklich.“

 

* H.E.R.O.: Jorbald Süßgrund ist ein Mann, mit dem man lieber keine Probleme hat.


 

 

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