Kolumne: "Die Weisheit der Nerds" von Stephen H. Segal

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Goldfinger


„Nein, Mr. Bond. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!“

Auric Goldfinger, Goldfinger

 

 

Mit manchen Leuten kann man einfach nicht reden. Man kann es natürlich versuchen. Kann sich seine Argumente und Beweise zurechtlegen und so unvoreingenommen wie nur möglich an die Sache herangehen. Doch ab einem bestimmten Zeitpunkt wird man feststellen, dass das Gegenüber gar nicht an einer Einigung interessiert ist. James Bond wurde das sehr wahrscheinlich klar, als ihn der heimtückische Goldfinger an einen Tisch aus massivem Gold fesselte – während ein Laserstrahl unaufhaltsam auf seine Genitalien zukroch. Vielleicht geraten wir selbst nie in eine ähnlich heikle Lage. Aber irgendwann im Leben bekommen wir es wahrscheinlich schon einmal mit jemandem zu tun, der nicht an Fairplay glaubt, den man nicht abschrecken und mit dem man auch nicht vernünftig reden kann. Mit jemandem, der nicht einfach nur gewinnen will, sondern der dich verlieren sehen möchte. Agent 007 konnte dank seiner schnellen Auffassungsgabe das Schlimmste verhindern. Die mit Abstand schnellste Auffassungsgabe besitzt jedoch, wer einen Goldfinger in seinem Leben erkennt und ihm aus dem Weg geht, bevor der Laser gestartet wird.


Der Laser aus Goldfinger (1964) transportierte den Nervenkitzel aus Edgar Allan Poes Die Grube und das Pendel (1842) gekonnt ins Atomzeitalter hinüber.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

Share:   Facebook