Iggy Pop, Thrall und Star Trek: Durch die Galaxie mit G. Willow Wilson

NERD TALK

Iggy Pop, Thrall und Star Trek: Durch die Galaxie mit G. Willow Wilson


In unserer Interviewreihe »Durch die Galaxie« nehmen uns Autoren mit auf eine Reise durch ihren eigenen Kosmos. Heute hat G. Willow Wilson, Autorin von »Alif der Unsichtbare«, unser Raumschiff betreten. Wir starten in 3 … 2 … 1

TOR ONLINE: Wenn du dir einen persönlichen Song aussuchen könntest, der jedes Mal gespielt wird, wenn du einen Raum betrittst – welcher wäre das?

G. Willow Wilson: Das wäre ohne Zweifel Iggy Pops „The Passenger“. Der wurde Teil meines musikalischen Grundstocks, als ich in Kairo gelebt habe. Ich hatte dort keinen Führerschein und war somit komplett auf öffentliche Verkehrsmittel und Taxis angewiesen. Die Vorstellung, auf ewig Beifahrer zu sein – also wortwörtlich nie hinterm Lenkrad zu sitzen – hat da allmählich für mich eine tiefgründigere Bedeutung angenommen.

Iggy Pop - The Passenger

Welches ist dein absolutes Lieblingsmärchen?

Ich war schon immer ein Riesenfan von Die Schöne und das Biest, auch wenn das Hauptmotiv (Liebe das wütende Ungeheuer, und es verwandelt sich in einen feschen Prinzen! Das Aussehen zählt nicht – außer bei Mädchen!) ziemlicher Müll ist in einem modernen Kontext. Die beste Neuerzählung dieses Stoffs, die ich je gelesen habe, ist Beauty von Robin McKinley, die die Geschichte auf den Kopf stellt: Die Schöne sieht tatsächlich eher durchschnittlich aus und das Biest ist ein äußerst kultivierter, freundlicher Typ, der zufällig in ein Biest verwandelt wurde. Ich hab sie alle paar Jahre wieder gelesen, seit ich elf Jahre alt bin. 

Nachdem endlich Kommunikation mit einer weit entfernten außerirdischen Spezies hergestellt wurde, was sollten wir ihnen als Erstes über die Erde und die Menschheit mitteilen?

Kommt in circa hundert Jahren wieder, dann haben wir das alles hier auf die Reihe gekriegt.

Was hat dir als Kind oder Jugendliche den Weg in die Fantasy- und Science-Fiction-Literatur eröffnet?

Mein Dad hat mir den gesamten Herrn der Ringe vorgelesen, als ich drei Jahre alt war. Ein paar Jahre später wurde Star Trek: The Next Generation zum ersten Mal ausgestrahlt … Das war die einzige Sendung im Privatfernsehen, die meine Schwester und ich gucken durften. Meine Eltern haben es praktisch darauf angelegt, dass ich zum Obernerd geworden bin. Damals fand ich das wirklich blöd – ich wollte zu den coolen Kids gehören, und ich war entschieden uncool –, aber heute weiß ich zu schätzen, wie sie meinen Geschmack für Bücher und Kultur beeinflusst haben.

Welches ist dein Lieblingsmonster aus Literatur, Film oder Fernsehen?

Das wäre Thrall aus World of Warcraft. Ich steh auf Monster, die Hauptcharaktere sind.

Hast du ein Lieblingswort?

Ich scheine ziemlich häufig das Wort „blühen“ in meinen Büchern zu benutzen.

Welche Art der Apokalypse (Zombies, Roboter, Umweltkatastrophe etc.) ist am ehesten mit deinen Überlebensfähigkeiten kompatibel?

Also, wenn ich ehrlich sein soll, dann bin ich in allen diesen Apokalypsen wohl ziemlich unbrauchbar, aber am wenigsten unbrauchbar vielleicht in einer umweltbedingten Apokalypse. Ich hab eine Menge völlig wahlloser Nebensächlichkeiten über Pflanzen und Geologie drauf.

Von welcher Science-Fiction-Technologie aus Literatur oder Film sollte am besten jetzt schon existieren?

Teleportieren. Ich würde sofort eine Niere fürs Teleportieren hergeben, wenn man sich dafür den Berufsverkehr ersparen und jedes Wochenende am Strand verbringen könnte.

 

Vielen Dank!

 

 

 

Aus dem Amerikanischen von Julia Schmeink

Share:   Facebook