Die Verleihung des Hugo Awards 1979.

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1979: Das waren die Gewinner


Diese Hugo-Verleihung fand auf dem Seacon ’79 in Brighton (Großbritannien) statt.

Toastmaster: Bob Shaw

Novel

Vonda N. McIntyre: Dreamsnake

(Buchausgabe bei Houghton Mifflin; dt. Traumschlange, Kn 5714 und B 24263)

Die Verleihung des Hugo Awards 1979.
Die Verleihung des Hugo Awards 1979.
Die Verleihung des Hugo Awards 1979.

Dieser Roman spielt in einer postapokalyptischen, weitgehend technikfreien Welt. Eine junge Frau, die sich Schlange nennt, ist als Heilerin mit ihren drei Schlangen Dunst, Gras und Sand unterwegs. Sie ist in der Lage, die Gifte ihrer Schlangen – Kobra, Klapperschlange und Traumschlange – zu modifizieren und dadurch alle möglichen Krankheiten zu heilen. Als sie bei einem Nomadenvolk einem kleinen Jungen mit einem Tumor helfen will, lässt sie über Nacht Gras, die kleine Traumschlange, bei dem Jungen. Die Eltern fürchten sich und töten das kleine Tier. Dadurch ist Schlange eines ihrer wichtigsten Heilmittel beraubt, denn der Biss einer Traumschlange nimmt Patienten die Schmerzen und schenkt ihnen in der Nacht angenehme Träume. Später trifft sie auf eine andere Patientin, die sich das Rückgrat gebrochen und sich in einem alten Bombenkrater die Strahlenkrankheit zugezogen hat. Schlange ist hilflos, denn sie kann weder heilen noch der Frau durch ihre Traumschlange das Sterben erleichtern. Doch die Traumschlangen sind selten, weil sie nicht von der Erde stammen, und die Heilerin befürchtet, dass sie vielleicht keine neue erhält, wenn sie zu den Leuten zurückkehrt, die sie ausgebildet haben.

Auf ihren weiteren Reisen trifft Schlange schließlich auf uralte Wohnkuppeln, in denen eine größere Anzahl von Traumschlangen existiert. Doch diese dienen keineswegs medizinischen Zwecken, sondern vielmehr der Sucht Abhängiger. Schlange gerät durch den Anführer der Gruppe in ernste Gefahr, kann sich am Ende aber mit knapper Not retten.

Der Roman basiert auf der Erzählung »Of Mist and Grass and Sand« (Oktober 1973 in ANALOG), die das erste Kapitel des Romans bildet und für die Vonda McIntyre 1973 den Nebula Award erhalten hat.

In Reclams Science Fiction Führer ist zu lesen:

Dreamsnake ist ein Musterbeispiel für einen neuen Trend in der SF, die sich immer mehr von Technik und Weltraum abkehrt und sich gleichzeitig dem romantischen Abenteuer zuwendet. Das Buch ist jedoch nicht nur eine gelungene Synthese aus SF- und Fantasy-Elementen, sondern zugleich die einfühlsame Studie einer jungen Frau, die auf sich allein gestellt das Leben meistert.

Vonda N. McIntyre gehörte zu einer Gruppe neuer Autorinnen in der Science Fiction, die sehr selbstbewusst feministische Themen ansprachen und starke Frauenfiguren als Protagonisten wählten, die nicht etwa einfach nur bessere Männer waren, sondern ihre weiblichen Charaktereigenschaften zum Einsatz brachten.

Interessant ist übrigens, dass von den fünf für den Hugo nominierten Romanen vier von Frauen geschrieben wurden. So hoch war der Frauenanteil nie zuvor.

Weitere Nominierungen:

Anne McCaffrey: The White Dragon

2. Platz – (Buchausgabe bei Del Rey; dt. Der weiße Drache, H 3918)

C. J. Cherryh: The Faded Sun: Kesrith

3. Platz – (4 Teile, Februar bis Mai 1978 in GALAXY; dt. Kesrith – die sterbende Sonne, H 3857)

Tom Reamy: Blind Voices

(Buchausgabe bei Berkley/Putnam; dt. Blinde Stimmen, H 3900)

James Tiptree jr.: Up the Walls of the World

(Buchausgabe bei Berkley/Putnam; dt. Die Feuerschneise, H 3749) – Nominierung zurückgezogen

Novella

John Varley: »The Persistence of Vision«

(März 1978 in F&SF; dt. »Die Trägheit des Auges«, in Varley: Voraussichten, G 23381)

Die Geschichte spielt in den USA am Ende des 20. Jahrhunderts, als die amerikanische Wirtschaft sich gerade von einem Zusammenbruch erholt. Der Protagonist ist arbeitslos und beschließt, auf Reisen zu gehen. Auf seiner Wanderung durch die Vereinigten Staaten trifft er auf allerlei merkwürdige Gruppen und Gemeinschaften, angefangen bei Nudisten bis hin zu religiösen Fanatikern. In Kalifornien schließlich trifft er auf eine Gruppe von Taubblinden, den Kindern der Opfer einer Rötel-Epidemie in den Sechzigerjahren. Diese Menschen sind sehr selbstständig und haben sich ihr Leben neu organisiert. Der Erzähler ist fasziniert davon, dass diese Menschen mittels einer Fingersprache kommunizieren und allein mit dem Tastsinn zurechtkommen. Er bleibt mehrere Wochen bei der Gruppe und lernt die Lebensgewohnheiten der Taubblinden kennen.

Eine richtige Handlung gibt es in dieser längeren Geschichte eigentlich nicht. Stattdessen schildert Varley auf faszinierende Weise, wie das tägliche Leben der Behindertengruppe funktioniert und wie sie ohne fremde Hilfe auch komplizierte Arbeiten verrichten können.

Weitere Nominierungen:

Joan D. Vinge: »Fireship«

2. Platz – (Dezember 1978 in ANALOG; dt. »Der elektronische Symbiont«, in Vinge: Das Kind der Pristerin, M 3570)

Christopher Priest: »The Watched«

3. Platz – (April 1978 in F&SF; dt. »Der Beobachtete«, in Jeschke [Hrsg.]: Venice 2, H 4199)

Brian W. Aldiss: »Enemies of the System«

(Juni 1978 in F&SF; dt. »Feinde des Systems«, in Jeschke [Hrsg.]: Feinde des Systems, H 3805)

Gene Wolfe: »Seven American Nights«

(1978 in Orbit 20; dt. »Sieben amerikanische Nächte«, in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Story Reader 20, H 3995)

Novelette

Poul Anderson: »Hunter’s Moon«

(November 1978 in ANALOG; dt. »Jägermond«, in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 1980, H 3729)

Auf einem weit von der Erde entfernten Planeten beobachten Wissenschaftler gleich zwei vernunftbegabte Spezies, die zum Teil zivilisiert sind, zum Teil aber auch wild leben. Ein neues Forschungsprojekt soll es ermöglichen, auf telepathische Weise mit den Fremden zu kommunizieren, doch diese Technologie steckt noch in den Kinderschuhen. Schließlich entwickeln zwei der Wissenschaftler persönliche Beziehungen zu den Fremdwesen, was andere Wege der Kommunikation ermöglicht.

Kritiker lobten die phantasievolle und durchdachte Schilderung der Lebensumstände der Aliens sowie die wissenschaftliche Genauigkeit bei der Schilderung der Forschungsarbeiten der Menschen. Leider wirkt der Text insgesamt altbacken.

Weitere Nominierungen:

Orson Scott Card: »Mikal’s Songbird«

2. Platz – (Mai 1978 in ANALOG; nicht auf Deutsch, aber enthalten im Roman Meistersänger, B 24018)

Thomas M. Disch: »The Man Who Had No Idea«

3. Platz – (Oktober 1978 in F&SF; dt. »Der Mann, der keine Idee hatte«, in Kluge [Hrsg.]: The Magazine of Fantasy and Science Fiction – Folge 56: Jeffty ist fünf, H 3739; auch »Der Mann ohne jede Idee«, in Disch: Der Mann ohne jede Idee, H 4828)

Dean Ing: »Devil You Don’t Know«

(Januar 1978 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

John Varley: »The Barbie Murders«

(Januar/Februar 1978 in ASIMOV’S SF; nicht auf Deutsch)

Short Story

C. J. Cherryh: »Cassandra«

(Oktober 1978 in F&SF, dt. »Kassandra«, in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Story Reader 13, H 3685; auch in Jeschke [Hrsg.]: Science Fiction Jubiläumsband – Das Lesebuch, H 4000)

Alis scheint verrückt zu sein, und viele in ihrem Umfeld behandeln sie auch so. Tatsächlich kann Alis aber voraussehen, was geschehen wird. Es sind geisterhafte Erscheinungen, die nicht immer klar zu deuten sind. Als Alis nun durch die Straßen zieht, sieht sie Bilder des kommenden Krieges. SIe lernt einen Mann kennen, der freundlich zu ihr ist, anders als die anderen Leute. Doch als sie einige Augenblicke des Glücks und der Ablenkung erlebt, bricht der Krieg tatsächlich aus.

In dieser sehr kurzen und geschickt geschriebenen Geschichte weiß der Leser nie so ganz genau, was sich Alis einbildet und was tatsächlich geschieht.

Weitere Nominierungen:

Harlan Ellison: »Count the Clock That Tells the Time«

2. Platz – (Dezember 1978 in OMNI; dt. »Zähl ich den Glockenschlag, der Stunden mißt«, in Armer/Jeschke [Hrsg.]: Die Fußangeln der Zeit, HSFB 28 und in Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund, H 53315)

Joan D. Vinge: »View From a Height«

3. Platz – (Juni 1978 in ANALOG; dt. »Blick aus der Höhe«, in Gunn [Hrsg.]: Von Malzberg bis Benford, HSFB 99)

Edward Bryant: »Stone«

(Februar 1978 in F&SF, dt. »Stein«, in Fuchs [Hrsg.]: Licht- und Schattenjahre, Kn 5838)

Ian Watson: »The Very Slow Time Machine«

(1978 in Anticipations; dt. »Die Sehr Langsame Zeitmaschine«, in Armer/Jeschke [Hrsg.]: Die Fußangeln der Zeit, HSFB 28)

Dramatic Presentation

Superman

(Alexander Salkind; Drehbuch Mario Puzo, David Newman, Leslie Newman & Robert Benton; Story Mario Puzo; Regie Richard Donner; basiert auf der Figur von Jerry Siegel & Joe Shuster; dt. Superman)

Dieser Kinofilm mit Starbesetzung – Gene Hackman und Marlon Brando – war die erste große Verfilmung des amerikanischen Comic-Mythos. Heute ist der Kinobesucher durch die vielen Comicverfilmungen mit Stars und unglaublichen Special Effects verwöhnt, doch 1978 wusste Richard Donner vor allem mit den aufwändigen Flugszenen zu beeindrucken. In den folgenden Jahren gab es drei Fortsetzungen (1980, 1983 und 1987), die letztendlich nicht mehr genug Zuschauer gefunden haben, sodass die Filmreihe eingestellt wurde.

Weitere Nominierungen:

The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy

2. Platz – (Hörspiel; BBC Radio 4; Drehbuch Douglas Adams; Produktion Geoffrey Perkins; dt. Per Anhalter ins All)

Watership Down

3. Platz – (Nepenthe; Drehbuch Martin Rosen; Regie Martin Rosen; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Richard Adams; dt. Unten am Fluß)

Invasion of the Body Snatchers

(Solofilm/UA; Drehbuch W. D. Richter; Regie Philip Kaufmann; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jack Finney; dt. Die Körperfresser kommen)

The Lord of the Rings

(Fantasy; Drehbuch Peter S. Beagle & Chris Conkling; Regie Ralph Bakshi; basiert auf der ersten Hälfte der gleichnamigen Trilogie von J. R. R. Tolkien; dt. Der Herr der Ringe)

Professional Editor

Die Verleihung des Hugo Awards 1979.
Die Verleihung des Hugo Awards 1979.
Die Verleihung des Hugo Awards 1979.

Ben Bova

1978 war das letzte Jahr, in dem Ben Bova das Magazin ANALOG herausgab, danach wechselte er zu OMNI. Er brachte in ANALOG jedoch noch einige beachtliche Texte, so zum Beispiel den Roman The Outcasts of Heaven Belt von Joan D. Vinge, und Erzählungen u. a. von George R. R. Martin, Orson Scott Card, Algis Budrys, Charles Sheffield, Gregory Benford, Randall Garrett, Jack Williamson, Harlan Ellison, Frederik Pohl, Greg Bear, Spider Robinson und Joe Haldeman.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – Edward L. Ferman
3. Platz – George Scithers
Jim Baen
Terry Carr

Professional Artist

Vincent Di Fate

Vincent Di Fate (*1945) war häufig für den Hugo nominiert, konnte ihn jedoch nur einmal gewinnen. Di Fate hat nach seiner Ausbildung am New York-Phoenix Institute als Filmanimateur für Ralph Bakshi gearbeitet. Seine Karriere als Coverkünstler begann im August 1969 bei ANALOG. Seither sind eine beeindruckende Menge an Titelbildern entstanden, wobei Di Fates Spezialität Weltraumszenen, Raumschiffe und Raumstationen sind. Seit 1975 arbeitet er auch für die NASA und hat viele Bilder für das Apollo-Sojus-Programm angefertigt. Ab 1976 publizierte er in dem semiprofessionellen Magazin ALGOL und später in SF CHRONICLE eine Kolumne über SF-Illustrationen.

Im betreffenden Jahr hat er mehr als ein Dutzend Titelbilder angefertigt, unter anderem für Big Planet von Jack Vance, The Menace from Earth von Robert A. Heinlein, The Mind Cage von A. E. van Vogt sowie für einige Magazine.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – Michael Whelan
3. Platz – Boris Vallejo
Stephen Fabian
David Hardy

Fanzine

SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis)

1978 publizierte Geis fünf Ausgaben seines Fanzines mit einem Umfang zwischen 64 und 96 Seiten. Neben unzähligen Rezensionen fast aller wichtigen Neuerscheinungen hatte er wieder viele prominente Gastautoren und Leserbriefschreiber vorzuweisen, so zum Beispiel Fritz Leiber, Robert Bloch, Orson Scott Card, Philip K. Dick, Harlan Ellison, Ursula K. Le Guin, Larry Niven, Michael Moorcock, John Brunner, Poul Anderson, Jack Williamson und viele andere.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – MAYA (Rob Jackson)
3. Platz – No Award
JANUS (Janice Bogstad & Jeanne Gomoll)
MOTA (Terry Hughes)
TWLL-DDU (Dave Langford)
LOCUS (Charles N. Brown) – zurückgezogen

Fan Writer

Bob Shaw

Robert Shaw (1931–1996) wurde in Nordirland geboren und lebte ab 1973 in Großbritannien. Er arbeitete in mehreren Berufen, bis er 1975 hauptberuflich Autor wurde. Allerdings war er bereits in den frühen 50er Jahren SF-Fan und debütierte mit der Erzählung »Aspect« (August 1954 in NEBULA). Im Laufe seiner Karriere schrieb er rund achtzig Erzählungen und zwei Dutzend Romane, von denen The Two-Timers (1968 bei Ace; dt. Die Zweitzeitmenschen), Other Days, Other Eyes (1972 bei Gollancz; dt. Andere Tage, andere Augen), Orbitsville (1974 in GALAXY, 1975 bei Gollancz; dt. Orbitsville) und vor allem The Ragged Astronauts (1986 bei Gollancz; gefolgt von zwei Fortsetzungen 1988 und 1989; dt. Die Heißluft-Astronauten) besonders bemerkenswert sind.  Other Days, Other Eyes, das auf der Erzählung »Light of Other Days« (August 1966 in ANALOG; dt. » Das Licht besserer Zeiten« bzw. »Licht für die Zukunft« bzw. »Licht in dunklen Gläsern«) beruht, gilt als Klassiker des Genres und wird immer wieder einmal nachgedruckt.

Allerdings war Bob Shaw Zeit seines Lebens dem Fandom eng verbunden, hat viele Conventions besucht und war sogar zweimal Toastmaster bei der Hugo-Verleihung, nämlich 1979 auf dem Seacon In Brighton und 1986 bei ConFederation in Atlanta. Auch seine Reden waren sehr beliebt; so wurden seine EasterCon-Reden aus den Jahren 1974 bis 1978 in dem Fanzine The Eastercon Speeches (1979) gesammelt. Und natürlich hat er jede Menge Texte und Buchrezensionen für Dutzende von Fanzines produziert, sowohl für britische als auch für amerikanische.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – Richard E. Geis
3. Platz – No Award
Leroy Kettle
Dave Langford
D. West

Fan Artist

Bill Rotsler

Rotsler hatte bereits 1975 einen Hugo für seine Bilder erhalten. Beeindruckend waren sein Cover für das Fanzine JANUS 4 und die Illustrationen für Larry Nivens N-Space.

Unter seinem richtigen Namen William Rotsler hat er auch einige, wenn auch weniger bemerkenswerte, Romane geschrieben, so u. a. zwei Teile der PLANET DER AFFEN-Serie.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – Jim Barker
3. Platz – Alexis Gilliland
Harry Bell
Stu Shiffman

Campbell Award

Stephen R. Donaldson

Stephen R. Donaldson (*1947) hat bis heute mehr Romane als Erzählungen verfasst. Er debütierte 1977 mit The Chronicles of Thomas Covenant the Unbeliever, bestehend aus dem Bänden Lord Foul’s Bane (1977 bei Nelson Doubleday; dt. Lord Fouls Fluch bzw. Der Fluch des Verächters), The Illearth War (1977 bei Holt, Rinehart and Winston; dt. Die Macht des Steins bzw. Der Siebte Kreis des Wissens) und The Power that Preserves (1977 bei Holt, Rinehart and Winston; dt. Die letzte Walstatt), einer High-Fantasy-Trilogie, die ein beachtlicher Bestseller wurde. Später folgte eine zweite Trilogie (1980–1983) und schließlich eine dritte Trilogie (2005–2010). Erfolgreich war auch der zweibändige Fantasyroman The Mirror Of Her Dreams (1986 bei Del Rey/Ballantine; dt. Der Spiegel Ihrer Träume) und A Man Rides Through (1987 bei Del Rey/Ballantine; dt. Einer reitet durch bzw. Die Magier von Mordant). Auf dem Gebiet der Science Fiction schrieb er mit dem fünfbändigen AMNION-Zyklus eine galaxisumspannende Space Opera.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – James P. Hogan
3. Platz – Elizabeth A. Lynn
Cynthia Felice
Barry B. Longyear
Charles Sheffield

Gandalf Award (Grand Master)

Ursula K. Le Guin

Ursula K. Le Guin (*1929) studierte Literatur an der Harvard University und gilt als eine der wichtigsten Schriftstellerinnen der phantastischen Literatur. Bevor sie begann Science Fiction zu schreiben, verfasste sie zahlreiche Gedichte und mehrere unveröffentlichte, nichtphantastische Romane. Ihr Genre-Debüt war die Erzählung »April in Paris« (September 1962 in FANTASTIC). Besonders wichtig für ihr frühes Werk ist der SF-Zyklus HAINISH, beginnend mit Rocannon’s World (1966 bei Ace; dt. Rocannons Welt), zu dem auch ihre drei bedeutendsten SF-Werke gehören: The Left Hand of Darkness (1969 bei Ace; dt. Winterplanet bzw. Die linke Hand der Dunkelheit), The Word for World is Forest (1972 in Ellison [Hrsg.]: Again, Dangerous Visions; dt. Das Wort für Welt ist Wald) und The Dispossessed (1974 bei Harper & Row; dt. Planet der Habenichtse bzw. Die Enteigneten), für die sie jeweils einen Hugo gewann. Auf dem Gebiet der Fantasy schuf sie die ERDSEE-Trilogie, A Wizard of Earthsea (1968 bei Parnassus; dt. Der Magier der Erdsee), The Tombs of Atuan (1971 bei Atheneum; dt. Die Gräber von Atuan) und The Farthest Shore (1972 bei Atheneum; dt. Das ferne Ufer), die bis heute immer wieder neu aufgelegt wird. Jahrzehnte später ergänzte sie die Trilogie um drei weitere Bücher (1990 bis 2001). Darüber hinaus schrieb sie mehr als ein Dutzend weiterer Romane, Kinderbücher, Essays und Gedichte. Sie erhielt nahezu alle wichtigen Genre-Preise mehrfach, doch der Grund für den Gandalf Award dürften die oben genannten beiden Zyklen HAINISH und ERDSEE sein.

Weitere Nominierungen:

Ray Bradbury
Jack Vance
Roger Zelazny
Michael Moorcock (zurückgezogen)

Gandalf Award (Book-Length Fantasy)

Anne McCaffrey: The White Dragon

(Buchausgabe bei Del Rey; dt. Der weiße Drache; H 3918)

In der Hugo-Rubrik ›Best Novel‹ belegte Anne McCaffrey (1926–2011) lediglich den zweiten Platz, und auch in den anderen Jahren konnte sie nur einmal einen Hugo für eine Erzählung ihres berühmten und von den Lesern geliebten PERN-Zyklus erringen, obwohl sie mit zahlreichen Bänden der Serie immer wieder nominiert war. The White Dragon ist nach Dragonflight (1968) und Dragonquest (1970) der dritte Band der Original-Trilogie um die Drachenreiter von Pern. Bis heute sind siebzehn Bände von Anne McCaffrey und acht weitere Bände in Zusammenarbeit mit oder ausschließlich von ihrem Sohn Todd McCaffrey erschienen. In einer von Lesern gewählten Liste des Magazins LOCUS aus dem Jahr 1987 erschien The White Dragon auf Platz 23 der ›Besten Fantasy-Romane aller Zeiten‹.

Weitere Nominierungen:

Roger Zelazny: The Courts of Chaos

(3 Teile, November 1977 bis Februar 1978 in GALAXY; dt. Die Burgen des Chaos, H 3840)

Katherine Kurtz: Saint Camber

(Buchausgabe bei Del Rey; dt. Sankt Camber, H 3720)

Stephen King: The Stand

(Buchausgabe bei Doubleday; dt. Das letzte Gefecht, B 28126)

Michael Moorcock: Gloriana

(Buchausgabe bei Allison & Busby; dt. Gloriana, H 3808; Nominierung zurückgezogen)

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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