Die Verleihung der Hugo Awards 1975.

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1975: Das waren die Gewinner


1975 wurde der Hugo erstmals in Australien vergeben, und zwar auf dem Aussiecon One in Melbourne.

Toastmaster: John Bangsund

Novel

Ursula K. Le Guin: The Dispossessed

(Buchausgabe bei Harper & Row; dt. Planet der Habenichtse, H 3505, HSFB 43, Das Neue Berlin, Ariadne Social Fantasies; Die Enteigneten, EP 1007, Freie Geister, FISCHER Tor)

Die Verleihung der Hugo Awards 1975.
Die Verleihung der Hugo Awards 1975.
Die Verleihung der Hugo Awards 1975

Auf dem Planeten Urras herrschte ein kapitalistisch-feudalistisches Gesellschaftssystem. Unzufrieden mit den Verhältnissen verfasste die Philosophin Odo ihre Schriften, auf deren Grundlage sich Auswanderer auf Urras’ kargem Mond Anarres eine anarchistisch-kommunistische Gesellschaft aufgebaut haben. Das Leben ist hart, es mangelt an Lebensmitteln, aber es herrscht Gleichberechtigung. Niemand hat privates Eigentum, alles gehört allen. Die Odonier auf Anarres brechen alle Brücken zu ihrer Ursprungswelt ab, es gibt so gut wie keine Kommunikation zwischen beiden Welten. Bis sieben Generationen später der preisgekrönte Temporalphysiker Shevek aufgrund seiner bahnbrechenden Simultanitätstheorie nach Urras eingeladen wird. Shevek hofft, dass dort seine wissenschaftlichen Ideen umgesetzt werden können, da auf Anarres die Mittel fehlen und niemand Interesse an theoretischer Physik hat. Zunächst ist Shevek begeistert, erhält auf Urras alle notwendigen Mittel und sieht den Planeten als Paradies an. Als er von einer Untergrundbewegung kontaktiert wird, kommen ihm Zweifel, und er beschließt, seine Entdeckungen nicht in den Dienst der Herrschenden zu stellen.

In sich abwechselnden Kapiteln erfährt der Leser einerseits von Sheveks Vergangenheit auf Anarres, beginnend mit seiner Kindheit, und andererseits von seinen Erlebnissen auf Urras. So hat die Autorin die Möglichkeit, beide Gesellschaftsformen gleichwertig vorzustellen, die jeweiligen Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Le Guins Meisterschaft besteht in der Balance, nicht nur zwischen den Gesellschaftsformen, sondern auch zwischen den Hauptfiguren.

Brian W. Aldiss schrieb dazu in Der Milliarden Jahre Traum:

Die beiden Geschichten [Urras und Anarres] interagieren mit wachsender Komplexität, während sich der Roman entwickelt, und gestatten uns einen vollständigen Einblick, der ein Akt des Brückenbauens an sich ist. Wir sehen nicht nur die unterschiedlichen Gesellschaften, sondern auch Ähnlichkeiten, man könnte sagen die Konstanten, im menschlichen Verhalten – die Yin/Yang-Natur aller Dinge.

Der Leser kann relativ unvoreingenommen über Vor- und Nachteile der verschiedenen Gesellschaftsformen nachdenken, man hat jedoch den Eindruck, dass die Autorin insgeheim mit der anarchistischen Form auf Anarres liebäugelt.

The Dispossessed ist zweifellos Ursula K. Le Guins politisch engagiertester Roman und eines der wichtigsten Werke der sozialutopischen Science Fiction überhaupt.

Weitere Nominierungen:

Poul Anderson: Fire Time

(Buchausgabe bei Doubleday; dt. Zeit des Feuers, H 3599)

Philip K. Dick: Flow My Tears, The Policeman Said

(Buchausgabe bei Doubleday; dt. Eine andere Welt, H 3528, HSFB 30 und Fischer Klassik)

Larry Niven & Jerry Pournelle: The Mote In God’s Eye

(Buchausgabe bei Simon & Schuster; dt. Der Splitter im Auge Gottes, H 3531 und H 5227)

Christopher Priest: Inverted World

(4 Teile, Dezember 1973 bis März 1974 in GALAXY; dt. Die Stadt, H 3465 und Der steile Horizont, HSFB 41)

Novella

George R. R. Martin: »A Song for Lya«

(Juni 1974 in ANALOG; dt. »Ein Lied für Lya« in Martin: Die zweite Stufe der Einsamkeit, M 3567; »Abschied von Lya« in Jeschke [Hrsg.]: SF Story Reader 5, H 3473; in Jeschke [Hrsg.] Ikarus 2001, H 6370 und in Martin: Traumlieder 1, H 31611)

Zwei »Talente«, Lyanna die Telepathin und Robb der Emphat, werden nach Shkea gerufen, weil sie merkwürdige Vorfälle untersuchen sollen. Die Kultur der Bewohner des Planeten, der Shkeen, ist Jahrhunderttausende älter als die der Menschen, aber dennoch hat sich bei ihnen keine Technologie entwickelt. Andernfalls wäre das Universum wahrscheinlich seit geraumer Zeit von ihnen besiedelt. Doch das bestimmende Element im Leben der Shkeen ist die »Große Vereinigung«. Die Bewohner des Planeten sterben keines natürlichen Todes; wenn sie in ein bestimmtes Alter kommen, verbinden sie sich mit den Greeshka, einem hirnlosen Parasiten, der ihren Körper langsam auffrisst. In letzter Zeit sind jedoch auch einige Menschen zur »Religion« der Skheen konvertiert und verschwunden. Robb und Lyanna beobachten die Planetenbewohner und finden heraus, dass die Shkeen ein gänzlich anderes Gemeinschaftsgefühl als die Menschen haben. Durch ihre telepathischen Fähigkeiten kann Lya an der Vereinigung teilnehmen. Sie ist fasziniert von der Vorstellung, dass sie ihre menschlichen Urängste ablegen kann, und folgt schließlich den Shkeen. Robb, der die Geschichte aus seiner Perspektive erzählt, verliert seine Geliebte, kann sich aber nicht entschließen, ihr zu folgen, denn auch wenn er für immer mit ihr vereinigt wäre, so gäbe es in dieser Vereinigung noch viele andere Wesen. Auch wenn die universale, gottgleiche Liebe existiert, will er lieber seine Individualität behalten. Er verlässt den Planeten und findet nach kurzer Zeit eine neue Gefährtin.

George R. R. Martin (*1948) diskutiert in dieser Geschichte das Sehnen nach Liebe und die Angst vor Einsamkeit und Tod. Das große Erzähltalent, das ihn Jahrzehnte später zum erfolgreichen Fantasyautor gemacht hat, zeigt sich schon in dieser frühen Geschichte.

Weitere Nominierungen:

Gardner Dozois: »Strangers«

(1974 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 4; dt. zum Roman erweitert als Fremde, M 3512)

Robert Silverberg: »Born With the Dead«

(April 1974 in F&SF; dt. »Mit den Toten geboren« in Silverberg: Mit den Toten geboren, H 3644)

Norman Spinrad: »Riding the Torch«

(1974 in Silverberg [Hrsg.]: Threads of Time, Nelson; dt. »Flammenritt« in Asimov u. a. [Hrsg.]: Faszination der Science Fiction, B 24068)

Jack Vance: »Assault on a City«

(1974 in Carr [Hrsg.]: Universe 4; dt. »Heimsuchung einer Stadt« in Jeschke [Hrsg.]: Der Tod des Dr. Island, H 3674; »Sturm auf die Stadt« in Vance: Verlorene Monde, H 4384)

Novelette

Harlan Ellison: »Adrift Just Off the Islets of Langerhans: Latitude 38° 54’ N, Longitude 77° 00’13” W«

(Oktober 1974 in F&SF; dt. »Hilflos Wind und Wellen ausgeliefert« in Preiss: Das Beste vom Werwolf, B 13484; »Hilflos Wind und Wellen ausgeliefert vor der Küste der Langerhansschen Inseln: 38° 54’ Nördliche Breite, 77° 00’ 13“ Westliche Länge« in Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund, H 31557)

Wie es der Leser von Harlan Ellison bereits gewohnt ist, so verstößt der Autor auch in dieser Geschichte gegen alle Konventionen des Genres. Die Erzählung ist ein Gemisch aus Motiven der Science-Fiction-, der Fantasy- und der Horrorliteratur. Lawrence Talbot ist ein Werwolf, der versucht, den Fluch auf irgendeine Weise los zu werden. Darum bittet er seinen Freund Victor, einen bekannten Atomphysiker, um Hilfe. Mittels eine Teilchenbeschleunigers und allerlei anderem technischen Gerät, das eher an Magie denn an exakte Wissenschaft erinnert, wird eine Kopie von Talbot erstellt, die mikroskopisch klein ist. Und so begibt sich Talbot II in den Körper von Talbot I. Darauf folgen diverse Landschaftsbeschreibungen aus dem Inneren des Körpers.

Die Geschichte ist typisch für Ellison, und sie ist sicherlich auf unterschiedliche Weise interpretierbar. Wie oft bei Ellison sind die Figuren lediglich Mittel zum Zweck der stilistischen Spielereien. Dass der Autor in seinem Text Bezug auf ältere Themen der Phantastik nimmt, zeigt bereits die Namenswahl. Lawrence Talbot ist der Name der Hauptfigur aus dem klassischen Werwolf-Film Der Wolfsmensch, und der Vorname des genialen Wissenschaftlers ist ganz sicher nicht zufällig identisch mit dem von Victor Frankenstein.

Weitere Nominierungen:

Isaac Asimov: »— That Thou Art Mindful of Him!«

(Mai 1974 in F&SF; dt. »Die Menschen und wir« in Edward L. Ferman & Barry N. Malzberg [Hrsg.]: Brennpunkt Zukunft 1, UTB 31039; »Dass du seiner eingedenk bist« in Asimov: Meine Freunde, die Roboter, HSFB 20, in Asimov: Die Asimov-Chronik: Die Menschheit wird gerettet, H 8358 und anderen)

Fritz Leiber: »Midnight by the Morphy Watch«

(Juli/August 1974 in WORLDS OF IF; dt. »Gespensterschach« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 76, UTB 31002)

Richard A. Lupoff: »After the Dreamtime«

(1974 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 4, Signet; nicht auf Deutsch)

Jerry Pournelle: »Extreme Prejudice«

(Juli 1974 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

William Walling: »Nix Olympica«

(Dezember 1974 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Kate Wilhelm: »A Brother to Dragons, A Companion of Owls«

(1974 in Knight [Hrsg.]: Orbit 14, Harper & Row; dt. »Bruder der Drachen, Kamerad der Eulen« in Wilhelm: Kinder des Windes, H 5537)

Short Story

Larry Niven: »The Hole Man«

(Januar 1974 in ANALOG; dt. »Im freien Fall durch den Mars« in Pournelle [Hrsg.]: Black Holes, B 24012 und in Niven: Die Lücke im System, G 227; »Am Grunde eines Lochs« in Niven: Der kälteste Ort, B 24281 und Niven: Geschichten aus dem Ringwelt-Universum, B 24064 und B 24185)

Auf den Mars ist ein vor Jahrtausenden verlassener Stützpunkt einer außerirdischen Intelligenz entdeckt worden. Die Besatzung der ›Percival Lovell‹, die hauptsächlich aus Wissenschaftlern besteht, soll die Überreste der fremden Station erforschen. Dabei entdeckt einer der Wissenschaftler ein Gerät, das Gravitationswellen erzeugt und vermutlich der Kommunikation gedient hat. Doch Gravitationswellen zu erzeugen bedarf einer sehr hochentwickelten Technologie, und der Entdecker ist sich sicher, dass sich im Innern des Gerätes ein winzig kleines Quanten-Schwarzes-Loch befindet. Andere lachen ihn aus, doch er erforscht die Eigenschaften des Gerätes, bis schließlich derjenige, der den Entdecker am meisten lächerlich gemacht hat, plötzlich zu Tode kommt.

Die Ursache kann nur das Entweichen des Schwarzen Lochs aus dem Gerät gewesen sein, das quer durch den Körper des Mannes gedrungen ist. Aber niemand kann nachweisen, dass es sich um Mord gehandelt hat, zumal einem Gericht wohl kaum die zugrunde liegenden wissenschaftlichen Theorien klarzumachen wären. Das Ergebnis ist jedoch, dass das Schwarze Loch, das nicht größer als ein Atom ist, so lange um den Gravitationsmittelpunkt des Mars pendeln wird, bis es nach und nach die gesamte Materie des Planeten verschlungen hat. Und dann wird in der Sonnenumlaufbahn zwischen Erde und Jupiter ein deutlich größeres Schwarzes Loch existieren.

Die Idee des winzig kleinen Schwarzen Lochs und dessen Auswirkungen ist großartig, ebenso der Einfall, die Entdeckung mit einem Kriminalfall zu verknüpfen, wobei die Tat an sich nicht sonderlich originell ist, da man einen ähnlich gelagerten Fall bereits aus Isaac Asimovs Erzählung »The Billiard Ball« kennt.

Weitere Nominierungen:

Alfred Bester: »The Four-Hour Fugue«

(Juni 1974 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Michael Bishop: »Cathadonian Odyssey«

(September 1974 in F&SF; dt. »Odyssee auf Cathadonia« in Bishop: Arachne, UTB 31054)

Ursula K. Le Guin: »The Day Before the Revolution«

(August 1974 in GALAXY; dt. »Der Tag vor der Revolution« in Spiegl [Hrsg.]: Science Fiction Stories 73, UTB 3515, in Gunn [Hrsg.]: Der Tag vor der Revolution, PSF 6732, in Le Guin: Die zwölf Striche der Windrose, HSFB 25)

Robert Silverberg: »Schwartz Between the Galaxies«

(1974 in Judy-Lynn del Rey [Hrsg.]: Stellar #1, Ballantine; nicht auf Deutsch)

Dramatic Presentation

Young Frankenstein

(20th Century Fox; Drehbuch Gene Wilder & Mel Brooks; Regie Mel Brooks; basiert auf den Figuren des Romans Frankenstein von Mary Wollstonecraft Shelley; dt. Frankenstein Junior)

Mel Brooks hat in diesem Film die klassischen Universal-Horrorfilme aufs Korn genommen, im Speziellen Frankenstein und Frankensteins Braut, und damit eine der lustigsten Horrorkomödien aller Zeiten geschaffen. Passend zu den Originalen ist der Film in Schwarzweiß gedreht worden. Erzählt wird die Geschichte von Frederick Frankenstein, der die Experimente seines Vaters zu Ende führen will und dabei ein Monstrum erschafft, das reichlich anders ist als erwartet. Ein Gag jagt den nächsten, und der Film wirkt heute noch so frisch und witzig wie im Jahr seiner Veröffentlichung. Der Hauptdarsteller Gene Wilder ist hervorragend; besonders im Gedächtnis bleibt jedoch Marty Feldman als vertrotteltes Faktotum Igor.

Weitere Nominierungen:

Flesh Gordon

(Graffiti Productions; Drehbuch Michael Benveniste; Regie Michael Benveniste & Howard Ziehm; dt. Flesh Gordon)

Zardoz

(20th Century Fox; Drehbuch und Regie John Boorman; dt. Zardoz)

Phantoms of the Paradise

(Harbor/20th Century Fox; Drehbuch und Regie Brian De Palma; dt. Das Phantom im Paradies)

The Questor Tapes

(Universal; Drehbuch Gene L. Coon & Gene Roddenberry; Story Gene Roddenberry; Regie Richard A. Colla; dt. Ein Android wird gejagt bzw. Ein Computer wird gejagt)

Professional Editor

Die Verleihung der Hugo Awards 1975.
Die Verleihung der Hugo Awards 1975.
Die Verleihung der Hugo Awards 1975.

Ben Bova

Ein weiteres Mal wurde Bova als bester Herausgeber geehrt, vor allem für das Magazin ANALOG. Im betreffenden Zeitraum veröffentlichte er »The Hole Man« von Larry Niven, »A Song for Lya« von George R. R. Martin, »The Four-Hour Fugue« sowie den Mehrteiler »The Indian Giver« von Alfred Bester und weitere Geschichten von Joe Haldeman, Barry N. Malzberg, Spider Robinson, Lloyd Biggle jr., Jerry Pournelle, Roger Zelazny, Gordon R. Dickson, Harlan Ellison, Fred Saberhagen und vielen anderen.

Weitere Nominierungen:

Jim Baen
Terry Carr
Edward L. Ferman
Robert Silverberg
Ted White

Professional Artist

Frank Kelly Freas

Freas verdankte seinen vierten Hugo seiner beständigen Arbeit als Titelbildkünstler. 1974 war ANALOG das einzige SF-Magazin, für das er Titelbilder schuf. Darüber hinaus gestaltete er die Bilder für mehr als ein Dutzend Taschenbücher bei DAW Books.

Weitere Nominierungen:

Stephen Fabian
Tim Kirk
John Schoenherr
Rick Sternbach

Amateur Magazine

THE ALIEN CRITIC (Richard E. Geis)

Das Fanzine hatte es dem Fandom angetan und konnte auch weiterhin überzeugen, sodass es 1975 erneut gewählt wurde. Ein besonderes Talent des Herausgebers war es, andere und oft professionelle Autoren für sein Fanzine zu begeistern, sodass sie immer wieder Texte beisteuerten. In den vier Ausgaben 1974 waren neben den vielen Rezensionen und Artikeln von Richard E. Geis auch Beiträge von Alexei Panshin, John Brunner, Gene Wolfe und Robert Bloch zu finden, darüber hinaus Briefe von Harry Harrison, Harlan Ellison, Robert Bloch, Barry N. Malzberg, Joanna Russ, Samuel R. Delany, Frederik Pohl und anderen. Außerdem erschienen Interviews mit Stanislaw Lem und Avram Davidson.

Weitere Nominierungen:

ALGOL (Andrew Porter)
LOCUS (Charles & Dena Brown)
OUTWORLDS (Bill & Joan Bowers)
SCIENCE FICTION COMMENTARY (Bruce Gillespie)
STARLING (Hank & Lesleigh Luttrell)

Fan Writer

Richard E. Geis

Trotz einiger Gastautoren erschienen in THE ALIEN CRITIC überwiegend Texte von Geis, nicht nur scharfzüngige Rezensionen, sondern auch Berichte über Preisverleihungen und ähnliches.

Weitere Nominierungen:

John Bangsund
Sandra Miesel
Don C. Thompson
Susan Wood

Fan Artist

Bill Rotsler

Bill Rotsler (1926–1997) war ein US-amerikanischer Autor und Zeichner, der als Autor 1970 in GALAXY debütierte und später eine Reihe von Romanen und Büchern zu Filmen verfasst hat. John Clute stellte später fest, dass Rotslers Cartoons in den Fanzines jedoch erinnerungswürdiger als seine literarischen Schöpfungen seien.

Weitere Nominierungen:

George Barr
Grant Canfield
Jim Shull

Campbell Award

P. J. Plauger

Der US-amerikanische Autor und Physiker P. J. Plauger (*1944) debütierte mit der Erzählung »Epicycle« (November 1973 in ANALOG). Sein bis heute bekanntester Text, der ihm auch den Campbell Award einbrachte, ist die Erzählung »Child of All Ages« (März 1975 in ANALOG; dt. »Ein Kind jeglichen Alters«). Allerdings schrieb er insgesamt weniger als ein Dutzend Geschichten. »Fighting Madness« (1976 in ANALOG ANNUAL; dt. Zeitkorrektur unmöglich) hatte zwar Romanlänge, erschien aber in den USA nie in Buchform, lediglich in der BRD gab es eine Taschenbuchausgabe.

Weitere Nominierungen:

Alan Brennert
Suzy McKee Charnas
Felix C. Gotschalk
Brenda Pearce
John Varley

Gandalf Award (Grand Master)

Fritz Leiber

Fritz Leiber (1910–1992) hatte über Jahrzehnte hinweg an seinem Maßstäbe setzenden SCHWERTER-Zyklus um Fafhrd und den Grauen Mausling gearbeitet. Bereits im Sommer 1939 erschien die erste Geschichte um das ungleiche Heldenpaar. Die Erzählungen, die in mehreren Büchern gesammelt vorliegen, waren auf die Entwicklung der Fantasyliteratur ebenso einflussreich wie Tolkiens Der Herr der Ringe oder die CONAN-Erzählungen von Robert E. Howard, wobei Leiber einen deutlich moderneren Heldentypus in die Fantasy einbrachte. Leibers Fantasy wurde oft kopiert, aber nur selten erreicht. Darüber hinaus hat er zahlreiche Erzählungen und mehrere preisgekröne Romane verfasst und mehrfach den Hugo Award erhalten.

Weitere Nominierungen:

Poul Anderson
L. Sprague de Camp
Ursula K. Le Guin
C. S. Lewis

Special Awards

Donald A. Wollheim, as »the fan who has done everything«

Donald A. Wollheim (1914–1990) hat diesen Sonderpreis mehr als verdient. Bereits in den 30er Jahren, als es so etwas wie ein Fandom noch gar nicht gab, war Wollheim als Fan aktiv. Er wohnte sein Leben lang in New York City, gab unzählige Fanzines heraus, u. a. das bereits 1936 publizierte FANCIFUL TALES OF TIME AND SPACE, gründete die Fantasy Amateur Press Association (FAPA) und war 1938 eines der Gründungsmitglieder des legendären SF-Clubs The Futurians. Als Autor debütierte er 1934 in WONDER STORIES, 1941 wurde er erstmals professioneller Herausgeber der Magazine COSMIC STORIES und STIRRING SCIENCE STORIES. Bereits 1943 stellte er seine ersten SF-Anthologien zusammen. Von 1947 bis 1952 arbeitete er für Avon Books und gab den Avon Fantasy Reader und den Avon Science Fiction Reader heraus. Seine wichtigste Leistung war jedoch, ab 1952, die Herausgabe der SF-Reihe bei Ace Books, die er mehr als 20 Jahre lang betreute. Ab 1965 gab er die bekannten Years-Best-Anthologien heraus und gründete schließlich 1972 seinen eigenen Verlag, DAW Books, den er bis 1975 selbst leitete. Wollheim war dem Fandom Zeit seines Lebens eng verbunden.

Walt Lee, for Reference Guide to Fantastic Films

Der 1931 geborene US-amerikanische Filmautor arbeitete viele Jahre an dem monumentalen Reference Guide to Fantastic Films, der von 1972 bis 1974 in drei Bänden erschien und mehr als 20.000 Einträge umfasst. Dabei enthielt das Werk natürlich nicht nur Texte über SF-Filme, sondern hauptsächlich auch über Fantasy-, Grusel- und Horrorfilme. 

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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