Die Verleihung der Hugo Awards 1974.

KOLUMNE

Die Hugo Awards 1974: Das waren die Gewinner


Die Hugos wurden in diesem Jahr auf dem Discon II in Washington verliehen.

Toastmaster: Andrew J. Offutt

Novel

Arthur C. Clarke: Rendezvous With Rama

(2 Teile, September und Oktober 1973 in GALAXY; dt. Rendezvous mit 31/439, MvS, H 5370, H 8119, Rendezvous mit Rama, B 24371)

Die Verleihung der Hugo Awards 1974.
Die Verleihung der Hugo Awards 1974.
Die Verleihung der Hugo Awards 1974.

Ein neu entdeckter Himmelskörper erregt die Gemüter der Wissenschaftler. Ein Objekt von der Größe eines Asteroiden dringt aus den Tiefen des Alls ins Sonnensystem ein, wird eine enge Bahn um die Sonne ziehen und dann wieder verschwinden. Als sich herausstellt, dass das Objekt unmöglich natürlichen Ursprungs sein kann, startet das Raumschiff Endeavour unter dem Kommando von Kapitän Norton zur Erforschung des »Rama« getauften Himmelskörpers. Norton und seine Mannschaft finden heraus, dass der 16 Kilometer breite und 50 Kilometer lange Zylinder von einer fremden Spezies erbaut worden sein muss. Es gelingt ihnen, in Rama einzudringen, doch sie finden keinerlei Lebenszeichen oder auch nur Überreste außerirdischen Lebens. Zumindest zunächst nicht. Also wird geforscht, geforscht, geforscht – bis man schließlich auf Wesen trifft, halb organisch, halb Maschine, die jedoch keinerlei Anzeichen von Intelligenz zeigen.

Doch kaum macht man Fortschritte, da beschließen die Bewohner des Merkur, dass Rama eine Bedrohung sein könnte, und wollen den künstlichen Himmelskörper mit einem Atomsprengkopf vernichten. Ein heldenhafter Astronaut vermag diese Attacke zu verhindern – indem er zu dem unbemannten Merkurschiff fliegt und mit einer Drahtschere den Zünder abknipst.

Anscheinend ist Clarke kein angemessener Schluss und auch kein dramatischer Höhepunkt für seinen Roman eingefallen. Die lächerliche Drahtscherenaktion erinnert an die Helden-Science-Fiction der vierziger Jahre, zum Beispiel an Jack Williamsons Seetee Shock (dt. Antimateriebombe) während der Rest des Buches recht seriös erzählt ist.

Der überwiegende Teil des Romans besteht auch Beschreibungen Ramas und allerlei mehr oder weniger einfallsreichen Anstrengungen der Wissenschaftler. Wie auch in vielen anderen Büchern Clarkes sind die Figuren nur oberflächlich gezeichnet und lediglich Transportmittel der Ideen des Autors. Glaubhafte Dialoge oder gar eine Entwicklung der Protagonisten finden nicht statt. Vielleicht wirkt der Roman deshalb etwas angestaubt, denn die Wissenschaft und Technik ist heute bereits weiter, als es sich Clarke vor über dreißig Jahren vorstellen konnte.

Die großen kosmischen Objekte und fremdartigen Artefakte waren in den Siebziger Jahren sehr in Mode, doch sowohl Ringwelt von Larry Niven, als auch Orbitsville von Bob Shaw und Gateway von Frederik Pohl lesen sich deutlich unterhaltsamer. Clarkes Roman ist dennoch nach wie vor ein Klassiker des Genres und wird immer wieder neu aufgelegt.

Der deutsche Titel des Romans im Heyne Verlag lautete Rendezvous mit 31/439 anstelle von Rendezvous mit Rama, um Komplikationen mit einer deutschen Markenmargarine zu vermeiden.

Weitere Nominierungen:

Robert A. Heinlein: Time Enough for Love

2. Platz – (Buchausgabe bei Putnam’s; dt. Die Leben des Lazarus Long, G 23357, H 3481, B 24303)

Larry Niven: Protector

3. Platz – (Buchausgabe bei Ballantine; dt. Der Baum des Lebens, GWTB 0211; Brennans Legende, B 24258)

Poul Anderson: The People of the Wind

(3 Teile, Februar bis April 1973 in ANALOG; dt. Terra gegen Avalon, GWTB 0191)

David Gerrold: The Man Who Folded Himself

(Buchausgabe bei Random House; dt. Zeitmaschinen gehen anders, H 3478)

Novella

James Tiptree jr.: »The Girl Who Was Plugged In«

(1973 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 3, Nelson Doubleday; dt. »Das ein- und ausgeschaltete Mädchen« in Tiptree: Warme Welten und andere, H 3822)

In der Zukunft ist jegliche Werbung gesetzlich streng verboten. Und so gibt es keine Werbespots mehr, keine Werbetafeln und nicht einmal Werbeaufdrucke. Natürlich will die Großindustrie trotzdem ihre Produkte an den Konsumenten bringen, nur muss sie nun etwas raffinierter vorgehen. Also sorgt man dafür, dass allseits bekannte Indentifikationsfiguren – zum Beispiel Popstars – bestimmte Produkte gut sichtbar tragen oder benutzen. Nur leider sind die meisten Stars nicht leicht steuerbar und haben ihren eigenen Kopf. So verfällt man darauf, neue Stars künstlich zu schaffen.

Delphi ist ein wunderschöner, gezüchteter Klon in Form eines elfenhaften, etwa fünfzehnjährigen Mädchens, doch ihr Körper ist tatsächlich nur eine leere Hülle ohne Hirnaktivität. Für die »Fernsteuerung« benötigt man jemanden, der auf sein eigenes Leben verzichtet und vollkommen verkabelt dem Klon Leben einhaucht. Man findet die hässliche P. Burke, die versucht hatte, sich selbst umzubringen, und sie erweist sich als gelehrige Schülerin. Doch es kommt, wie es kommen muss: Ein junger Mann verliebt sich in Delphi, ohne zu wissen, dass sie nur ein ferngesteuerter Körper ist.

Die Autorin Alice Sheldon (1915–1987), die sich hinter dem Pseudonym James Tiptree jr. verbarg, war bereits zuvor für ihren ausgeprägten Stil und die einfühlsamen Schilderungen bekannt geworden, doch hier übertraf sie sich selbst. Während das »ein- und ausgeschaltete Mädchen« Delphi nur die Fassade ist, fühlt der Leser mit der leidenden P. Burke, die erstmals – sozusagen aus zweiter Hand – das Leben genießen kann und die Liebe spürt.

Weitere Nominierungen:

Gene Wolfe: »The Death of Doctor Island«

2. Platz – (1973 in Carr [Hrsg.]: Universe 3, Random House; dt. »Der Tod des Doktor Eiland« in Wilhelm [Hrsg.]: Der Plan ist Liebe und Tod, PSF 6730)

Michael Bishop: »Death and Designation Among the Asadi«

3. Platz – (Januar/Februar 1973 in WORLDS OF IF; dt. »Tod und Bestimmung unter den Asadi« in Jeschke [Hrsg.]: Heyne Science Fiction Jahresband 2000, H 6342)

Michael Bishop: »The White Otters of Childhood«

(Juli 1973 in F&SF; »Die weißen Otter der Kindheit« in Bishop: Raumfahrer und Sternzigeuner, UTB 31063)

Gardner Dozois: »Chains of the Sea«

(1973 in Silverberg [Hrsg.]: Chains of the Sea, Nelson; dt. »Die Fesseln der See« in Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 9, M 3618)

Novelette

Harlan Ellison: »The Deathbird«

(März 1973 in F&SF; dt. »Der Todesvogel« in Wilhelm [Hrsg.]: Der Plan ist Liebe und Tod, PSF 6730 und in Ellison: Ich muss schreien und habe keinen Mund, H 31557)

Der Inhalt von Ellisons vielgepriesener, jedoch etwas unverständlicher Erzählung lässt sich kaum nacherzählen, denn es handelt sich auch hier um einen experimentellen Text. In den 26 Kapiteln (in der deutschen Ausgabe auf 36 Seiten) geht es aus ganz unterschiedlichen Perspektiven um religiöse Themen, von erzählerischen Passagen bis hin zu Aufgabensammlungen, die den Leser auffordern, selbstständig über Religion nachzudenken. Hier ein Beispiel:

Wenn Gott nicht gewollt hat, dass Adam und Eva die Frucht des verbotenen Baumes aßen, warum warnte er dann nicht die Schlange? Hätte Gott die Schlange daran hindern können, Adam und Eva zu verführen? Und wenn ja, warum tat er es nicht? Wenn nein, diskutieren Sie die Möglichkeit, dass die Schlange ebenso mächtig war wie Gott.

Zwischendurch geht es immer wieder um einen gewissen Nathan Stack, der allerlei Probleme mit göttlichen oder übersinnlichen Manifestationen hat.

Die Geschichte zeigt, dass Harlan Ellison ein großes literarisches Potenzial besitzt und mit unterschiedlichen Stilformen virtuos umgehen kann.

Weitere Nominierungen:

Vonda N. McIntyre: »Of Mist, and Grass, and Sand«

2. Platz – (Oktober 1973 in ANALOG; dt. »Von Nebel, Gras und Sand« in Wilhelm [Hrsg.]: Der Plan ist Liebe und Tod, PSF 6730; »Die Schlange« in Gunn [Hrsg.]: Von Lem bis Varley, HSFB 98)

James Tiptree jr.: »Love Is the Plan, the Plan is Death«

3. Platz – (1973 in Goldin [Hrsg.]: The Alien Condition, Ballantine; dt. »Der Plan ist Liebe und Tod« in Wilhelm [Hrsg.]: Der Plan ist Liebe und Tod, PSF 6730; »Liebe ist der Plan, der Plan ist Tod« in Tiptree: Warme Welten und andere, H 3822 und in Jonathan Gates [Hrsg.]: Die 20 besten SF-Stories, G 25029)

George Alec Effinger: »The City on the Sand«

(April 1973 in F&SF; nicht auf Deutsch)

Jerry Pournelle: »He Fell Into a Dark Hole«

(März 1973 in ANALOG; dt. »Er fiel in ein dunkles Loch« in Pournelle [Hrsg.]: Black Holes, B 24012)

Short Story

Ursula K. Le Guin: »The Ones Who Walk Away from Omelas«

(1973 in Silverberg [Hrsg.]: New Dimensions 3, Nelson Doubleday; dt. »Die Omelas den Rücken kehren« in Jeschke [Hrsg.]: Im Grenzland der Sonne, H 3592 und in Le Guin: Die zwölf Striche der Windrose, HSFB 25)

Diese mit nur acht Seiten sehr kurze, parabelhafte Geschichte erzählt von der harmonischen Stadt Omelas, in der alle Menschen in Frieden und Glück leben. Ein jeder hat sein Auskommen, ist schön, zufrieden und unschuldig. Jedoch hat dies alles seinen Preis: In einem Keller wird ein schwachsinniges Kind gefangen gehalten, und um den Preis der Unschuld darf es den Keller nicht verlassen. Manchmal kommen andere Kinder oder Erwachsene, um das Kind mit Schaudern anzusehen. Und einige von ihnen können danach nicht wieder in ihr normales Leben zurückkehren, sondern verlassen die Stadt, um nie wiederzukommen.

Weitere Nominierungen:

George R. R. Martin: »With Morning Comes Mistfall«

2. Platz – (Mai 1973 in ANALOG; dt. »Morgennebel« in Wilhelm [Hrsg.]: Der Plan ist Liebe und Tod, PSF 6730; »Mit dem Morgen kommt der Niedergang der Nebel« in Martin: Die zweite Stufe der Einsamkeit, M 3567; »Am Morgen fällt der Nebel« in Jeschke [Hrsg.]: SF Story Reader 7, H 3523 in Martin: Traumlieder I, H 31611)

Clifford D. Simak: »Construction Shack«

3. Platz – (Januar/Februar 1973 in WORLDS OF IF; dt. »Konstruktion mir kleinen Fehlern« in Franke [Hrsg.]: Science Fiction Story Reader 4, H 3451)

Vonda N. McIntyre: »Wings«

(1973 in Goldin [Hrsg.]: The Alien Condition, Ballantine; nicht auf Deutsch)

Dramatic Presentation

Sleeper

(Rollins-Joffe/MGM/UA; Drehbuch Woody Allen & Marshall Brickman; Regie Woody Allen; dt. Der Schläfer)

Miles Monroe, der nach einer missglückten Magengeschwüroperation in einen künstlichen Kälteschlaf versetzt wurde, erwacht zweihundert Jahre in der Zukunft. Ein Wissenschaftlerteam hatte ihn wiederbelebt. Die Gesellschaft hat sich zwar nicht grundlegend verändert, jedoch gibt es alle möglichen futuristischen Spielereien wie Roboter und Robothaustiere, ungewöhnliche Sexpraktiken und künstliche Nahrung. Das Land wird von einem diktatorischen Führer regiert, und die Wissenschaftler wollen Monroe für eine politische Aktion einsetzen. Als die Polizei die Wissenschaftler verhaftet, kann Monroe als Roboterbutler getarnt entkommen. Auf der Flucht lernt er Luna kennen und verliebt sich in sie, wird jedoch von ihr verraten und nach einer Gehirnwäsche Teil des repressiven Staatssystems. Nachdem Monroe von Rebellen befreit und einer Traumtherapie unterzogen wurde, kann er schließlich der Revolution zum Sieg verhelfen.

Woody Allen (*1935) führte bei diesem Film Regie und spielte auch gleich die Hauptrolle. Es ist eine seiner besten Slapstick-Satiren, bei der er nicht nur eine Reihe von Science-Fiction-Themen auf die Schippe nimmt, sondern auch den Modernitätswahn seiner Zeit.

Weitere Nominierungen:

Genesis II

2. Platz – (Norway/Warner Brothers; Drehbuch Gene Roddenberry; Regie John Llewellyn Moxey; nicht auf Deutsch)

Soylent Green

3. Platz – (MGM; Drehbuch Stanley R. Greenberg; Regie Richard Fleischer; basiert auf dem Roman Make Room! Make Room! von Harry Harrison; dt. Jahr 2022 … die überleben wollen)

The Six Million Dollar Man

(Universal; Drehbuch Tom Greene & Howard Rodman; Regie Richard Irving; basiert auf dem Roman Cyborg von Martin Caidin; dt. Der Sechs Millionen Dollar Mann)

Westworld

(MGM; Drehbuch und Regie Michael Crichton; dt. Westworld)

Professional Editor

Die Verleihung der Hugo Awards 1974.
Die Verleihung der Hugo Awards 1974.
Die Verleihung der Hugo Awards 1974.

Ben Bova

Bova war weiterhin Herausgeber von ANALOG und präsentierte darin hervorragende Texte von Autoren wie George R. R. Martin, Gordon Dickson, Norman Spinrad, Spider Robinson, John Brunner, Poul Anderson und Gene Wolfe. Aber auch die Novella »Of Mist, and Grass, and Sand« (Oktober 1973; dt. »Die Schlange« bzw. »Von Nebel, Gras und Sand«) von Vonda N. McIntyre.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – Robert Silverberg
3. Platz – Ted White
Terry Carr
Edward L. Ferman
Donald A. Wollheim

Professional Artist

Frank Kelly Freas

Freas zeichnete sich nicht nur durch die beständige Qualität seiner grafischen Arbeiten aus, er wurde auch zu einer festen Größe bei der Hugo-Verleihung, denn dies war sein dritter Hugo in Folge und sein achter Hugo insgesamt. Neben vier ANALOG-Titelbildern malte er 1973 rund zwei Dutzend Taschenbuchcover sowie zahlreiche Innenillustrationen.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – Frank Frazetta
3. Platz – John Schoenherr
Vincent Di Fate
Jack Gaughan

Amateur Magazine

ALGOL (Andy Porter)

Das US-amerikanische, semiprofessionelle Magazin ALGOL erschien von 1963 bis 1984 und trug den Untertitel »The Magazine about Science Fiction«. Herausgeber war der New Yorker Andrew Porter (*1946). In den 60er Jahren wurde es kopiert, ab Anfang der 70er Jahre schließlich gedruckt. ALGOL erschien viermal pro Jahr. Im Frühjahr 1979 wurde der Name in STARSHIP geändert.

Das Magazin brachte vor allem Artikel über Science Fiction und die SF-Verlage, Interviews, Rezensionen und Abdrucke von Reden. Es erschienen regelmäßige Kolumnen von Vincent di Fate über SF-Grafik sowie von Richard A. Lupoff, Frederik Pohl und Susan Wood über Bücher und andere Fanzines. Gastautoren waren zum Beispiel Brian W. Aldiss, Alfred Bester, Ursula K. Le Guin, Robert Silverberg und Jack Williamson.

punktgleich:

THE ALIEN CRITIC (Richard E. Geis)

Das Fanzine THE ALIEN CRITIC war die Weiterführung der SCIENCE FICTION REVIEW (1968–1971). Der überwiegende Teil wurde zunächst von Richard E. Geis allein geschrieben, später gab es feste Kolumnen von John Brunner und Ted White sowie unterschiedliche Artikel und Interviewserien mit Autoren und Grafikern. 1975 wurde der Titel des Fanzines wieder in SCIENCE FICTION REVIEW geändert. Geis erhielt für sein Magazin insgesamt vier Hugos und musste es 1986 mit Ausgabe 61 wegen einer schweren Erkrankung einstellen. Ab 1989 führte es ein anderer Herausgeber weiter.

Weitere Nominierungen:

3. Platz – LOCUS (Charles & Dena Brown)
OUTWORLDS (Bill & Joan Bowers)

Fan Writer

Susan Wood

Die kanadische SF-Kritikerin und Akademikerin Susan Wood (1948–1980) hatte kanadische Literatur des 19. Jahrhunderts studiert und war ein sehr engagierter SF-Fan. Sie hatte bereits 1973 gemeinsam mit ihrem Ehemann Mike Glicksohn einen Hugo für ihr Fanzine ENERGUMEN erhalten. Susan Wood schrieb zahlreiche Kritiken für ihr eigenes Fanzine und für ALGOL, wobei sie sich stark gegen Sexismus in der SF einsetzte. Einige ihrer Essays wurden 1974 in dem Heft The Poison Maiden & The Great Bitch: Female Stereotypes in Marvel Superhero Comics gesammelt. Außerdem schrieb sie zahlreiche Vorworte zu Büchern.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – Richard E. Geis
3. Platz – No Award
Laura Basta
Jacqueline Lichtenberg
Sandra Miesel

Fan Artist

Tim Kirk

Bereits der vierte Hugo für Tim Kirk innerhalb von kurzer Zeit zeigte, dass es auch im Fandom überragende Talente gab, die sich aufgrund ihrer beständigen Arbeit großer Beliebtheit erfreuten. 1973 schuf Kirk Titelbilder für die Fanzines THE ALIEN CRITIC, LOCUS und WHISPERS, Taschenbuchcover für die Romane von Alan Burt Akers bei DAW Books sowie jede Menge Innenillustrationen.

Weitere Nominierungen:

2. Platz – William Rotsler
3. Platz – Alicia Austin
Grant Canfield
Arthur »ATom« Thomson

Campbell Award

Spider Robinson

Der 1948 geborene US-Amerikaner debütierte mit der Erzählung »The Guy with the Eyes« (Februar 1973 in ANALOG; dt. »Der Kerl mit den Augen«); diese gehört zu einer umfangreichen Serie lustiger Zeitreisegeschichten, die in ›Callahans Saloon‹ spielen. Diese Geschichten stehen in einer langen Tradition von Club-Storys und wurden in mehreren Erzählungsbänden zusammengefasst, von denen zwei auch auf Deutsch vorliegen: Callahan’s Crosstime Saloon (1977; dt. Die Zeitreisenden in ›Callahans Saloon‹) und Time Travelers Strictly Cash (1981; dt. Für Zeitreisende nur gegen bar).

Robinson war später mit Robert A. Heinlein befreundet und schrieb nach dessen Tod einen Roman, den Heinlein konzipiert hatte.

punktgleich:

Lisa Tuttle

Die Autorin wurde 1952 in den USA geboren und lebt seit den späten 80er Jahren in Großbritannien. Sie debütierte 1972 mit der Erzählung »Stranger in the House« in der Anthologie Clarion II, herausgegeben von Robin Scott Wilson. Sie war ein frühes Mitglied des Clarion Science Fiction Writers’ Workshop und machte sich schnell einen Namen als herausragende Kurzgeschichtenautorin. Ihre Erzählungen beschäftigen sich oft mit dem Verhältnis der Geschlechter, enthalten häufig Horrorelemente und erschienen in mehreren Erzählungsbänden gesammelt in Buchform. 1975 publizierte ANALOG ihren ersten Roman, den sie gemeinsam mit George R. R. Martin schrieb: Windhaven (Buchausgabe 1981 bei Timescape Books; dt. Kinder der Stürme bzw. Sturm über Windhaven).

Weitere Nominierungen:

Jesse Miller
Thomas F. Monteleone
Guy Snyder

Gandalf Award (Grand Master of Fantasy)

J. R. R. Tolkien

In den siebziger Jahren spielte Fantasy auf dem US-amerikanischen Buchmarkt eine immer größere Rolle, sodass es nur folgerichtig ist, dass auch im Rahmen der World Science Fiction Convention ein Preis für Leistungen auf dem Gebiet der Fantasyliteratur verliehen wurde.

J. R. R. Tolkien (1892–1973) hat mit seinem Epos The Lord of the Rings (dt. Der Herr der Ringe) ein Meisterwerk geschaffen, das bis heute weltweit als erfolgreichster und bester Fantasyroman des 20. Jahrhunderts gilt. Da der Autor ein Jahr zuvor, also 1973, verstorben war, ist es nur folgerichtig, dass er als Erster mit dem neu geschaffenen Preis, der kein offizieller Hugo ist, geehrt wurde.

Weitere Nominierungen:

Poul Anderson
L. Sprague de Camp
Fritz Leiber

Special Award

Chesley Bonestell, for his beautiful and scientifically accurate illustrations

Chesley Bonestell (1888–1986) war ein US-amerikanischer Illustrator, der sich hauptsächlich astronomischen Motiven gewidmet hat. Er studierte Architektur in San Francisco und war an der Konstruktion der Golden Gate Bridge beteiligt, arbeitete jedoch auch als Mate-Painter für insgesamt vierzehn Filmproduktionen, unter anderem für Citizen Kane (1941), Destination Moon (1950), When Worlds Collide (1951), War of the Worlds (1953) und The Conquest of Space (1955). Seine astronomischen Gemälde erschienen oftmals in der Zeitschrift LIFE. Von 1949 bis 1974 illustrierte er mehr als ein Dutzend Bücher, unter anderem das wichtige The Conquest of Space (1949) von Willy Ley. Von 1947 bis 1978 wurden insgesamt 56 Bilder als Umschlagmotive bekannter SF-Magazine verwendet, vor allem für ASTOUNDING/ANALOG, F&SF und GALAXY. Der Stil dieser Bilder zeichnete sich durch eine fotorealistische Darstellung der astronomischen Motive aus, die von den SF-Lesern sehr geschätzt wurde, aber auch Nicht-SF-Leser für den Weltraum begeistern konnte. 

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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