Fantasy Buchtipps von der Berliner Fantasy und Science Fiction Buchhandlung Otherland

BUCH

Neue Fantasy-Bücher im September: Daniel Illgers "Skargat - Das Gesetz der Schatten" und die Rabenblut-Trilogie



Jeden Monat geben euch hier die Jungs der Berliner Fantasy und Science Fiction Buchhandlung Otherland Tipps über die besten Neuerscheinungen aller Verlage. Los geht's also mit den Buchtipps aus dem Bereich Fantasy.


Weiter, weiter, weiter!

Unter den Fantasy-Neuheiten biegen sich diesen Monat die Regale bei uns durch, und entsprechend breit ist die Palette. Besondere Otherland-Lieblinge dabei: Daniel Illgers Skargat - Das Gesetz der Schatten, der zweite Band seiner düsteren, aber zugleich auch wunderbar verspielten und skurrilen Fantasy-Trilogie; und die Taschenbuchausgabe von Jo Waltons In einer anderen Welt, ein sprachlich wunderschönes Beinahe-Jugend-aber-eigentlich-doch-Erwachsenenbuch über ein Mädchen, dem seine Hexenmutter nachstellt und dessen größte Leidenschaft das Lesen von SF und Fantasy ist ... dieses ungeheuer liebenswerte Buch treibt ein kluges und ganz und gar unaufdringliches Spiel mit den Wirklichkeitsebenen. Übersetzt hat es übrigens Ex-Otherlandchef Hannes Riffel.

Vom ersten Band der unsichtbaren Bibliothek hat Charleen uns schon ausgiebig vorgeschwärmt, jetzt ist der zweite Teil da: Genevieve Cogman, Die maskierte Stadt. Noch ein bisschen heißer erwartet wird von vielen schon Königin der Flammen, der dritte und abschließende Band von Anthony Ryans Rabenblut-Trilogie. Ebenfalls Wiedersehensfreude gibt es für Markus-Heitz-Fans - Heitz legt mit Wédora - Staub und Blut den Start einer neuen Reihe vor, und zeitlich wird seine Zwergen-Saga noch einmal komplett in preiswerter Neuausstattung aufgelegt.

Der andere Erfolgsname der deutschsprachigen Fantasy, Bernhard Hennen, kehrt hingegen zusammen mit seinem Co-Autor Robert Corvus ein zweites Mal in seine heimatliche Rollenspielwelt Aventurien zurück und liefert mit Himmelsturm den zweiten Band der epischen Phileasson-Saga. Uralte elfische Geheimnisse kommen im ewigen Eis ans Licht …

Auch wieder da und leider nach wie vor eher ein Geheimtipp: David Gemmels Kultroman Die Legende um einen gealterten Helden, der herbeigerufen wird, um eine Festung gegen einfallende Barbarenhorden zu halten. Gemmel ist einer der Vorväter der Grim&Gritty-Welle, wobei sein Tonfall eher tragisch als makaber ist. Sehr atmosphärisch, sehr wuchtig, nach wie vor sehr lesenswert!

Auch William Goldmans zauberhaft ironische Brautprinzessin bekommt eine Neuauflage im Taschenbuch zur Hochzeit; und damit sind wir noch lange nicht fertig - Trudi Canavans neuer Serienauftakt Die Begabte ist nun ebenfalls im Taschenbuch erhältlich, der Klett-Cotta Verlag hat mit A.S. Bottlinger und Der Fluch des Wüstenfeuers einen neuen Fantasy-Autor im Programm, Tom Jacuba legt bereits den dritten Band seiner Kalypto-Saga vor, Julia Lange liefert mit Irrlichtfeuer ein Debüt, das Klassenkampf-Anklänge in einer Welt mit Steampunk-Hauch verspricht, Erin Lindsay setzt ihre Bloodbound-Saga mit Der Weg der Wölfe fort, der dreizehnte und damit vorletzte Band der schicken Rad-der-Zeit-Sonderausgabe ist erschienen … und schließlich muss Simon euch noch auf drei besonders interessante Neuheiten hinweisen … 

 

Ich - Simon - werfe mal von der Seite noch drei Titel aus den Neuheiten ein, die man sich aus unterschiedlichen Gründen anschauen könnte: An erster und ganz dringender Stelle ist das der erste Teil von Ken Lius Seidenkrieger-Saga. Ein groß angelegtes Epos über ein großes Reich, das mit seinen Kaisern, Regierungsbeamten, Generälen, riesigen Ausmaßen und Volksmassen sicher nicht unabsichtlich an das historische China erinnert. Und auch die eigenwillige Erzählweise Lius ist ganz deutlich nicht von amerikanischen Creative-Writing-Workshops inspiriert, sondern atmet mitunter die fein ironische Distanziertheit fernöstlicher Literatur. Das Ganze liest sich über weite Strecken wie ein extrem unterhaltsamer historischer Roman, und wer es episch mag, aber mal etwas abseits des derzeitigen Fantasy-Mainstreams abtauchen möchte, der sollte sich dieses Buch mal genauer anschauen.

Mit Thron der Götter schließt Brian Staveley in Rekordzeit seine Trilogie ab! Beim Unbehauenen Thron handelt es sich tatsächlich um gut gemachten Fantasy-Mainstream mit einem Touch military, vielen Twists, faszinierenden, bedrohlichen Geheimnissen und krassen Gefahren. Grim & gritty, flott geschrieben. Lohnt einen Blick.

Schließlich eine Neuheit eines deutschen Autors, dessen Name zwar nicht bekannt, der aber dennoch ein alter Hase ist. Karl-Heinz Witzko hat in den 90er-Jahren Rollenspielromane geschrieben, die durch ihren Anspielungsreichtum, ihre Skurrilität und nicht zuletzt Sprachmacht aus der Masse herausstachen. Nach langer, langer Pause gibt es endlich mal wieder etwas von ihm zu lesen, Blut der Götter, diesmal eigenständige Fantasy. Stichworte sind: Über das Meer, das als absolute Todesfalle gilt, tauchen plötzlich Fremde auf, die “in friedlicher Absicht” Forderungen an die Arades stellen. Es kommt zu Morden, und die Ermittlungen beider Seiten führen zu ungeahnten Zusammenhängen, die beiden Parteien ins Verderben stürzen können. Wenn das ein richtiger Witzko ist, dann dürften in dem Roman so manche Überraschungen stecken. 


Geschrieben von Otherlander Simon Weinert und Jakob Schmidt.

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