Die Weisheit der Nerds - Twilight Zone

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Twilight Zone


„Es ist ein Kochbuch!“

Pat, Twilight Zone, „Das Buch der Kanamiter“

Unser Verhältnis zu fiktiven Alien-Rassen ist ziemlich unklar. Mal tauchen heitere, wohlwollende Außerirdische am Himmel auf und bringen wirklich nützliches Wissen mit – zum Beispiel, wie man einen Atomkrieg verhindert, wie man eine Umweltkatastrophe abwendet oder wie man irgendwelchen kosmischen Gefahren aus dem Weg geht. Andererseits herrscht auch kein Mangel an bösartigen Aliens, die sofort das Feuer eröffnen oder ihre bösen Absichten hinter einem Lächeln verbergen. Ob das nun die verkleideten Echsenmenschen aus V sind, die künstlichen Intelligenzen der Matrix oder die hungrigen Kanamiter aus To Serve Man, das Lebensprinzip dieser fiktiven, hoch entwickelten Rassen ist uns nicht fremd. Schauen wir uns doch nur mal die Geschichte der Menschheit an: Wie oft trafen „primitive“ Völker auf „fortschrittliche“ Zivilisationen, brachten ihnen volles Vertrauen entgegen – und wurden dann von ihnen dreist betrogen. Fast hört man Geronimo oder Sitting Bull rufen: „Das ist kein Territorialvertrag. Das ist ein Kochbuch!“ Also: Was ist ein Planet voller gerissener Aliens, die uns austricksen wollen? Einfach nur eine Projektion unseres eigenen Schuldbewusstseins.


Twilight-Zone-Schreiber Damon Knight erlaubte dem legendären Science-Fiction-Autor George Scithers, unter dem Pseudonym „Karl Würf“ ein „Kochbuch für Menschen“ zu veröffentlichen. Das Buch erschien 1976 und trug den Titel „To Serve Man“.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

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First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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