Die Weisheit der Nerds - Danke Hicks, Clerks

KOLUMNE

Die Weisheit der Nerds: Clerks


„Ich sollte heute noch nicht mal hier sein!“

Dante Hicks, Clerks

 

Was für ein Jammerlappen! Sicher, wir alle kennen ihn nur zu genau, diesen Stich, den man verspürt, wenn man an einem freien Tag plötzlich arbeiten muss. Aber wenn das Meckern über den Job zur Lebenshaltung wird, läuft irgendwas verkehrt. In dem klassischen Slacker-Film Clerks bringt der weinerliche Einzelhandelsmitarbeiter Dante Hicks diesen Spruch gefühlte achthundert(tausend)mal. Und zwar immer dann, wenn er schon wieder was nicht auf die Reihe kriegt – als ob er damit wieder alles in Ordnung bringen und sich selbst auf die heimische Couch teleportieren könnte. Leider entbindet erlittenes Unrecht nicht von der Verantwortung für unsere eigenen Entscheidungen, was auch Dante auf die harte Tour lernen muss – zumindest wird er von Randal permanent dafür gescholten. Deshalb sollten wir unsere Entscheidungen nach reiflicher Überlegung treffen und nachher auch dafür geradestehen – anstatt den lieben langen Tag darüber zu diskutieren, ob die Bauarbeiter auf dem Todesstern unschuldige Opfer waren oder nicht. Oder anders: Ihr dürft euch ruhig beschweren, wenn ihr an eurem freien Tag zur Arbeit müsst. Es sollte nur kein Dauer-Lamento daraus werden.


Als Babyname war „Dante“ vor ein paar Jahrzehnten mal schwer angesagt. Aber natürlich steckt mehr dahinter: Der Protagonist von Clerks (1994) ist nach dem Dichter benannt, der bekanntermaßen alle Stadien der Hölle bereiste – eine doch ziemlich witzige Zuspitzung.


Die nächste Weisheit zur Wochenmitte gibt es wieder am kommenden Mittwoch. Dann erwartet euch eine neue nerdige Erkenntnis aus Stephen H. Segals Buch "Die Weisheit der Nerds".

 

 

Aus dem Amerikanischen von Achim Fehrenbach

 

Copyright © 2011 by Quirk Productions, Inc.
All rights reserved.
First published in English by Quirk Books, Philadelphia, Pennsylvania.
Für den deutschen Text: © 2016 S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main

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