KOLUMNE

10 Drachen zum Fürchten und Liebhaben


Cornelia Funke schreibt über sie, in Kai Meyers Romanen spielen sie eine wichtige Rolle, und auch Bernd Perplies kommt nicht ohne sie aus. Drachen sind Dauerbrenner. Und weil uns die vielgestaltigen Bestien so faszinieren, werfen wir heute einen Blick auf zehn ganz besondere Exemplare:

Grisu

Ein Jungdrache, der davon träumt, Feuerwehrmann zu werden - wie könnte man so jemanden nicht in sein Herz schließen? Für die Jüngeren unter euch: Grisu ist der Titelheld einer italienischen Zeichentrickserie aus den 70er Jahren. Während sein Vater sich redlich Mühe gibt, aus ihm einen furchterregenden Drachen zu machen, träumt Grisu von einer Anstellung bei der örtlichen Feuerwehr. Weil dort keine Stelle frei ist, betätigt er sich in einer ganzen Reihe anderer Berufe – vom Landwirt bis hin zum Kernphysiker.

Funfact: Zwei beliebte Synchronsprecher liehen dem kleinen Grisu seinerzeit ihre Stimmen, und zwar zunächst Oliver Rohrbeck (Justus Jonas von Die drei ???) und danach Simon Jäger, dt. Synchronsprecher für Matt Damon, Heath Ledger und Josh Hartnett.

Tabaluga

Tabaluga ist der Titelheld mehrerer Konzeptalben von Peter Maffay, der diese Figur gemeinsam mit Rolf Zuckowski und Gregor Rottschalk entwickelte. Er ist ein sieben Jahre alter Drache, der in sechs Popmärchen – darunter Tabaluga oder die Reise zur Vernunft und Tabaluga und Lilli – auf unterhaltsame Art philosophischen Fragen nachgeht. Was ist Liebe? Wie wichtig ist Vernunft? Was bedeuten Erwachsensein, Freundschaft, Tod und das Vergehen von Zeit? Das erste Album über ihn erschien 1983, das (bisher) letzte 2015.

Funfact: Der Name von Tabalugas Vater lautet Tyrion. Tyrions scheinen also generell Verbindungen zu Drachen zu haben. 

Drachenzähmen leicht gemacht: Ohnezahn

Ohnezahn

In Drachenzähmen leicht gemacht tauft der Wikingerjunge Hicks einen Drachen, den er mit Hilfe einer selbstgebastelten Wurfschleudervorrichtung aus dem Himmel geholt hat, auf den Namen Ohnezahn. Eigentlich will Hicks, wie es sich für einen anständigen Krieger gehört, die Bestie töten. Stattdessen lernt er Ohnezahn besser kennen und erkennt, dass Drachen gar nicht die fiesen Monster sind, für die sein Stamm sie hält. Es wird für das ungewöhnliche Duo ein hartes Stück Arbeit, die anderen Wikinger davon zu überzeugen, dass eine friedliche Koexistenz möglich ist.

Funfact:  Die Computeranimationsreihe Drachenzähmen leicht gemacht basiert – wenn auch teils recht frei – auf den Kinderbüchern der britischen Autorin und Illustratorin Cressida Cowell.

Fuchur

Perlmuttfarbene, rosig schimmernde Schuppen, eine üppige Mähne und rubinrote Augen - Fuchur, Atréjus treuer Begleiter in Die Unendliche Geschichte, unterscheidet sich stark von anderen Artgenossen. Das liegt daran, dass er zu den seltenen Glücksdrachen gehört, die keine Schwingen brauchen, um sich in die Lüfte zu erheben. Sie sind so leicht wie Wolken und ziehen über den Himmel wie langsame Blitze. Glücksdrachen sind unverbesserliche Optimisten, verlieren nie die Hoffnung und verbreiten Freude, wo sie nur können. Und das Feuer, das sie speien, ist blau.

Funfact: Michael Ende, Autor der Unendlichen Geschichte, war mit der Darstellung von Fuchur in der 80er Jahre-Verfilmung extrem unglücklich. Er soll den Streifen gar als „gigantisches (…) Melodram aus Kitsch, Kommerz, Plüsch und Plastik“ bezeichnet haben.

Norbert

Norbert ist das kleine Drachenküken, das Hogwarts-Wildhüter Hagrid in Harry Potter und der Stein des Weisen heimlich in seiner Hütte aufzieht. Weil Norbert ein Norwegischer Stachelbuckel ist, stellt sich das gar nicht mal so einfach heraus. Denn der Drache ist ziemlich wild und braucht Berge toter Ratten, Schnaps und Hühnerblut als Verpflegung. Er stiftet immer mehr Unruhe, bis Hagrid sich dazu überreden lässt, den Rabauken in einem rumänischen Fabeltierreservat unterzubringen.

Funfact: Norbert ist eigentlich eine Norberta. In Rumänien stellt man fest, dass der Drache aufgrund seines extrem aggressiven Verhaltens ein Weibchen sein muss.

Neverending Story - Falcor Flight

Draco

Rein äußerlich entspricht Draco der klassischen Bestie zahlreicher Sagen, Märchen und Legenden. Innerlich besitzt der Drache aus dem 1996er-Fantasystreifen Dragonheart jedoch eine liebevolle Seele. Sein ursprüngliches Vorhaben, den alten Friedensbund zwischen Drachen und Menschen zu erneuern, muss er aufgeben, als er die Hälfte seines Herzens dem tödlich verwundeten Prinzen Einon überlässt. Dieser entpuppt sich daraufhin als schrecklicher Tyrann. Gemeinsam mit Einons einstigem Mentor Bowen macht sich Draco daran, dem Land wieder Frieden zu bringen.

Funfact: Dragonheart erhielt für seine Spezialeffekte eine Oscar-Nomination.

Drogon

Ein schwarzes Schuppenkleid und ein dunkelroter Rücken – bereits durch seine Signalfarben zeigt Drogon, das er wilder und gefährlicher ist als seine Brüder Rhaegal und Viserion. Geweckt aus seinem steinernen Schlaf durch das Feuer eines Scheiterhaufens, wird er zu einem der wichtigsten Waffen von Daenerys Targaryen in Game of Thrones.

Daenerys Targaryen flying with her dragon, Drogon

Funfact: Daenerys benannte Drogon nach ihrem Ehemann Khal Drogo. Animiert in der TV-Serie wird er von der Visual Effects-Firma Pixelmondo aus Deutschland.

Saphira

Saphira ist der Name, den der menschliche Titelheld der Eragon-Reihe dem Drachenweibchen gibt, das in seiner Obhut aus einem gefundenen Ei schlüpft. Sie soll der letzte weibliche Drache in Christopher Paolinis Romanwelt Alagaësia sein, und erhält ihren Namen aufgrund ihrer blauen Schuppen. Eragon wird Saphiras Reiter, beide können durch Telepathie miteinander kommunizieren. Die Drachen aus Christopher Paolinis Jugendbuchreihe lernen erst mit Geschlechtsreife, Feuer zu speien, und haben eine Schwäche für Rätsel.

Funfact: Obwohl Paolini für seinen Romanerstling, an dem er im Alter von 15 Jahren zu schreiben begann, bei der Kritik durchfiel, verkauften sich Eragon und die Nachfolgeromane millionenfach.

Smaug

Smaug ist der vermutlich bekannteste Drache von J. R. R. Tolkiens Mittelerde. Er hütet einen gigantischen Zwergenschatz im Einsamen Berg, nachdem er dessen ursprüngliche Besitzer verjagt hat. Die einzige Schwachstelle seines roten Panzers befindet sich an seiner Unterseite; nur dort ist er verletzlich. Trotz der Farbe seiner Schuppen trägt er den Beinamen „der Goldene“, und wird nicht zuletzt auch wegen seiner Intelligenz und Hinterlist gefürchtet. Er besitzt fledermausartige Flügel, vier Beine, die in scharfen Klauen enden, und er kann Feuer speien.

The Hobbit: Desolation of Smaug Ending

 

Funfact: Für den Plot um Smaug in seinem Kinderbuch Der Hobbit hat sich Tolkien offensichtlich stark vom Sagenkreis der Nibelungen inspirieren lassen. Und zu dem kommen wir jetzt:

Fafnir

In der nordischen Mythologie ist Fafnir der Name jenes Drachen, den der Sagenheld Sigurd erschlägt. Er war ursprünglich gar kein Reptil, sondern ein Zwerg. Weil sein Vater mit ihm und seinem Bruder einen verfluchten Goldschatz nicht teilen wollte, soll Fafnir ihn erschlagen haben. Gierig zog er sich mit seiner Beute in eine Höhle zurück, bewachte diese eifersüchtig, und nahm über die Jahre hinweg das Aussehen eines Lindwurms an.

Sein Blut verleiht demjenigen, der es kostet, die Fähigkeit, die Sprache der Tiere zu verstehen. Im Nibelungenlied, dem mittelhochdeutschen Pendant zur nordischen Sigurd-Saga, wird Siegfried unverwundbar, indem er im Drachenblut badet – bis auf jene kleine Stelle, die vor dem Drachenblut durch ein Lindenblatt geschützt wurde.

Funfact: Kein Funfact zu Fafnir. Dieser Drache ist einfach zu schrecklich für lustige Sidenotes.

 

Noch nicht genug Drachen? Hier gibt’s noch eine Handvoll Romane über Drachen.

Wen haben wir in der Aufzählung vergessen?

Was sind eure Lieblingsdrachen? Und vor allem: Warum?

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