Die besten Animationsserien auf Netflix

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Die besten Animationsserien auf Netflix


Auch abseits lange laufender Serien wie „Die Simpsons“, „South Park“, „Family Guy“ und „Futurama“ gibt es sehenswerte Animationsserien für ein älteres Publikum. In diesem Artikel stellen wir euch fünf der besten aktuellen Trickserien vor, die sich im dschungelgleichen Streaming-Angebot von Netflix verstecken und die in mehr als einem Fall garantiert nichts für Kinder sind.

Ruchlose Agenten-Parodie - Archer

Sein Name? Archer. Sterling Malory Archer. Und ob geschüttelt oder gerührt ist ihm völlig schnurz, solange der Drink ordentlich reinknallt, während Archer es mit feindlichen Agenten und anderen Bösewichten aufnimmt. Doch wer jetzt denkt, dass „Archer“ um den trinkfreudigen Spion und Schürzenjäger nur eine witzige James-Bond-Parodie ist, der irrt. Die saulustige, herrlich respektlose und ruchlose Serie nimmt neben dem Geheimagenten-Genre, dem Action-Kino und allerhand TV-Serien z. B. noch die Science Fiction aufs Korn. Zum Inventar der humortechnisch richtig fiesen, politisch höchst unkorrekten Show gehören u. a. ein fantastischer Supporting Cast, Killer-Cyborgs, Klone, eine Weltraummission, ein geschrumpftes U-Boot im Körper eines Menschen, Piraten, eine Miami-Vice-Hommage und Gastauftritte von Kenny „Highway to the Danger Zone“ Loggins, Burt Reynolds und Christian Slater. Wer sich in die Missionen und Missgeschicke von Archer, Lana und Co. verliebt, weiß: Archer ist der Spion mit der Lizenz zum Weglachen und zum Süchtigmachen. Danger Zone! 

Trailer: Archer

All-Age-Fantasy - Trollhunters

Dem mexikanischen Regisseur und Monsterfan Guillermo del Toro verdanken wir einige der besten phantastischen Filme unserer Zeit, angefangen bei den großartigen Adaptionen der „Hellboy“-Comics. Doch auch im gegenwärtigen Serienfernsehen ist del Toro inzwischen vertreten. Während „The Strain“ echt heftigen Vampirseuchenhorror liefert, wendet sich die rasante DreamWorks-Produktion „Trollhunters“ an ein Publikum von neun bis neunundneunzig, wie es immer so schön heißt. Der junge Jim wird von einem Amulett auserwählt und zum Champion von Herzstein Trollmarkt, einer Fabelwesen-Metropole unter seiner Heimatstadt. Mit einer magischen Rüstung, einem Schwert, seinem besten Freund und seinen Troll-Ausbildern kämpft Jim gegen die Finsternis. Die drollige, pardon, trollige All-Age-Mischung aus Superhelden-Action und Urban Fantasy kommt glatt, cool, spannend und actionreich daher. Hier und da wünscht man sich ein bisschen mehr von del Toros typischer Grusel-Optik, doch dafür hat man ja „Pan’s Labyrinth“ oder bald seinen neuen Film „The Shape of Water“.

Trailer: Trollhunters

Krasse Science-Fiction-Satire - Rick & Morty

Dan Harmons geniale Comedy-Serie „Community“ war eine Offenbarung, was Figuren, Storys und Gags angeht – Warren Ellis spricht sogar von „struktureller Perfektion“, wenn er die skurrilen Folgen um die irre College-Clique mit der echt hitzigen Dynamik beschreibt, die immer mal die vierte Wand durchbrechen. Dazu kommt, dass „Community“ eine ordentliche Dosis Nerd-Humor samt Anspielungen hatte. Die Trickserie „Rick & Morty“, die Harmon gemeinsam mit Justin Roiland für Adult Swim erschaffen hat, kommt in der Hinsicht noch viel extremer daher. Der zynische, brillante Superwissenschaftler und -Erfinder Rick Sanchez, der die meiste Zeit über mächtig einen im Tank hat, und sein naiv-gutherziger Neffe Morty erleben durchgeknallte, gefährliche Science-Fiction-Abenteuer auf fernen Planeten, in fremden Dimensionen oder in schrägen Parallelwelten. Aber auch die Erde und der Rest von Ricks Familie bekommen durch Ricks Verstrickungen und Verfehlungen ihr Fett weg. „Rick & Morty“ ist in jeder Hinsicht die gnadenlose Steigerung von „Doctor Who“ und ein referenzversessener SF-Spaß, in dem am laufenden Band geflucht und gesplattert wird.

Trailer: Rick and Morty

Fantastische Serien-Fortsetzung - Dragons

DreamWorks’ „Drachenzähmen leicht gemacht“ aus dem Jahre 2010 zählt sicherlich zu den besten, da schwungvollsten und mitreißendsten Fantasy-Animationsfilmen dieser Ära. Seine Fortsetzung „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ von 2014 präsentierte sich als eine ordentliche, wunderbar animierte Fortsetzung, die die Story gut und packend weiterführte. Wer von den Wikingern und dem Drachen-Artenreichtum ihrer phantastischen Welt nicht genug bekommen kann, für den ist die Serie „Dragons“ genau das Richtige. Hier werden am laufenden Band neue Geschichten mit Hicks, Ohnezahn und dem Rest der jugendlichen Drachenreiter-Gang aus den Filmen erzählt. Chronologisch gesehen spielen alle Folgen der Serie, die mittlerweile direkt für Netflix produziert wird, zwischen den beiden Kinofilmen, deren Charme sie meist mühelos einfangen, während sie zugleich das Bestiarium und die Landkarte des Franchise erweitern.

Trailer: Dragons - Race to the Edge

Tierisch düster - BoJack Horseman

In „BoJack Horseman“ teilen sich Menschen und anthropomorphe, zivilisierte Tiere eine Welt, und die ist bei allem erwachsenen, cleveren Witz ganz schön düster und zuweilen deprimierend. Beim titelgebenden Protagonisten handelt es sich um das Pferd BoJack, das in den 90ern ein TV-Sitcom-Star war. Jetzt kämpft er damit, dass sein Ruhm so gut wie verblasst ist, mit Selbstmitleid, Einsamkeit und Hollywood-Bekanntschaften, die im Grunde genauso kaputt sind wie er selbst. Wer bei all dem Suff, dem Sex und den vielen Charakterschwächen des tierisch menschlichen Ensembles hin und wieder Parallelen zu z. B. „Californication“ sieht und zieht, liegt gar nicht so weit daneben. Nichts zum Schlapplachen, aber eine richtig gute, ziemlich beeindruckende Serie, die unsere moderne Welt, die Unterhaltungsbranche und das heutige Amerika kritisiert.

Trailer: BoJack Horseman

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