Neue Science Fiction-Bücher im Juli: Buchtipps aus der Otherland Buchhandlung

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Neue Science-Fiction-Bücher im Juli: Planetenjäger, Netzwerk & Southern Reach 3


Jeden Monat geben euch die Jungs der Berliner Fantasy und Science Fiction Buchhandlung Otherland Tipps über die besten Neuerscheinungen aller Verlage. Hier ihre Buchtipps aus dem Bereich Science Fiction im Monat Juli.

 

Neue Science-Fiction-Bücher im Juli:

Planetenjäger von George R.R. Martin, Gardner Dozois, Daniel Abraham bei Amazon bestellen
Netzwerk von Robert Charles Wilson bei Amazon bestellen
Southern Reach 3: Akzeptanz von Jeff Vandermeer bei Amazon bestellen

 

Planetenjäger von George R.R. Martin, Gardner Dozois, Daniel Abraham

Oh, da steht George R.R. Martin drauf, ist das der neue Lied von Eis und Feuer? Ha! Ne, ganz so schlimm ist's noch nicht, aber verwirrend schon, denn Planetenjäger klingt ja nach Tempo, Bum, Bum und crash. Is es aber nicht. Eher intro. Aliens und Menschen. Was heißt es, Ich zu sein? Neudeutsch "character study”. Wer keine Raumschlachten erwartet, wird aber trotzdem mit einem temporeichen Gejage über einen fremden Planeten belohnt. Ohne Winter.

Netzwerk von Robert Charles Wilson

Ah, Wilson. Der Typ ist ne Pralinenkiste: man weiß nie, was in seinen Büchern drin ist. Spin: Top. Kontrolle: Flop. Netzwerk: wieder Top. Stellt euch vor, dank Big Data kann man rausfinden, welche Leute am Besten zu euch passen. Also das Superrudel für Euch. Wäre das nicht … ein Alptraum. Nun, zuerst nicht, aber bekanntlich knallt es am meisten, wo alle perfekt ist. Das muss auch Adam Fisk feststellen, der an einem Affinities-Projekt teil nimmt. Und plötzlich gehen im Superrudel alle aufeinander los. 

Southern Reach 3: Akzeptanz von Jeff Vandermeer

Die wunderbar sonder- und unheimliche Trilogie von Jeff VanderMeer findet nun auch in der deutschen Taschenbuchausgabe ihren Abschluss, was ein Grund ist, sie noch einmal wärmstens zu empfehlen. Für SF-Puristen ist sie nichts, denn trotz oder wegen von den Strugatzkis vertrauten Picknick-am-Wegesrand-Thematik - seit dreißig Jahren gibt es eine von der US-Regierung verheimlichte Ausnahmezone, in der außerirdische oder außerdimensionale Einflüsse so ziemlich alles verrückt spielen lassen; Expeditionen wagen sich rein, rätseln und bereuen ihren Leichtsinn - hat dieses Ausnahmewerk doch starke Horror-Einschläge und kippt auch gern mal ins Absurde und Traumartige. Band 3 liefert durchaus so eine Art Auflösung - jedenfalls ein furioses, tastenklirrendes, dämonisch-disharmonisches Finale. Eine Trilogie, die mit ihren verlassenen Leuchttürmen, Tieren mit Menschenaugen, Fotos, die leise Unmögliches zeigen, planlosen Behörden und zu Hunderten für die Wissenschaft geopferten Kaninchen und Menschen ihr ganz eigenes Uncanny Valley erschafft. 


Geschrieben von Otherlander Jakob Schmidt und Wolfgang Tress.

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