Fünf Zyklen in denen Fantasy auf Science Fiction trifft

BUCH

Fünf Bücher, in denen Fantasy auf Science Fiction trifft


Es war einmal vor einer langen Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis … Mit Star Wars schuf George Lucas ein phänomenales Weltraummärchen, in dem Abenteuer, Science Fiction und Fantasy auf hinreißende Weise miteinander verschmelzen. Oft kopiert, doch nie erreicht gilt es zu Recht als eines der erfolgreichsten Filmfranchises überhaupt.

Geschichten, in denen Science Fiction auf Fantasy trifft, gab es aber bereits lange vor Star Wars. Oft handelt es sich dabei um vielbändige Zyklen, die nicht nur aufgrund ihres aus Gegensätzen zu bestehen scheinenden Settings faszinieren, sondern auch aufgrund der ethischen und philosophischen Themen, mit denen sie sich auseinandersetzen. Und dabei – natürlich - abenteuerliche Geschichten erzählen: 


***

Die Landung von Marion Zimmer Bradley bei Amazon bestellen
Der Wüstenplanet von Frank Herbert bei Amazon bestellen
Die Zeitfalte von Madeleine L'Engle bei Amazon bestellen

Darkover von Marion Zimmer Bradley

Darkover: Eine Welt, die tagsüber von einer blutroten Sonne und nachts von vier Monden beschienen wird; in der sich Burganlagen wie Adlerneste auf windumtoste Gipfel krallen und auf der telepathisch begabte Menschen mittels Psikräften Wunder vollbringen. Darkover wird von feudalen Strukturen geprägt und einem Rat aus Adeligen beherrscht – und ein von der Erde aus geführter Planetenbund baut dort einen Raumhafen. Denn die Welt der blutroten Sonne ist als Knotenpunkt der perfekte Handelsumschlagsplatz im All. In Marion Zimmer Bradleys großem Darkover-Zyklus trifft eine mittelalterlich wirkende, scheinbar magiebegabte Gesellschaft auf ein hochtechnisiertes Raumfahrtimperium. Kulturen prallen aufeinander. Wissenschaftler und das Militär treffen auf Priesterinnen und Amazonen und Politiker bitten um Audienzen beim Hochkönig, weil Terra unbedingt Geschäftsbeziehungen mit dem rohstoffarmen, aber günstig gelegenen Darkover aufnehmen will. Der große Reiz von Marion Zimmer Bradleys Science-Fantasy-Werk, das fast 30 Romane und zahlreiche Kurzgeschichtenbände umfasst, liegt in der Begegnung dieser unterschiedlich entwickelten Gesellschaften, den Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben – aber auch ihren Chancen.

Die meisten Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden. Als Einstiegsdroge funktionieren z. B. Der verbotene Turm und Gildenhaus Thendara.

 

Dune von Frank Herbert

Auch in Frank Herberts Zukunftswelt Dune hat die Menschheit das Weltall erobert, organisiert sich aber wieder feudalistisch. Künstlichen Intelligenzen hat man abgeschworen, im Zuge dessen entwickelten sich die Geisteskräfte der Menschen stark weiter. Verschiedene politische Gruppierungen kämpfen um unterschiedliche Ziele. Die Schwesternschaft der Bene Gesserit arbeitet in einem Jahrhunderte überspannenden Plan daran, einen Übermenschen zu züchten. Ein vielbegehrter Schatz im Universum ist Arrakis, der Wüstenplanet, denn dort gibt es außer Sand und den darin lebenden riesigen Würmern das sogenannte Gewürz, eine lebensverlängernde und bewusstseinserweiternde Droge, die allerdings auch ihre Schattenseiten hat.

Fokussiert auf den Zwist der Familien Atreides und Harkonnen erlebt der Leser über mehrere Romane hinweg im Mikrokosmos das Ringen um die Vormachtstellung im All.

Dune - Kinder des Wüstenplaneten

Pern von Anne McCaffrey

Der Planet Pern – der Ort, an dem die meisten Romane der SciFi-Schriftstellerin Anne McCaffrey spielen – wurde einst von Menschen besiedelt. Aufgrund von vernichtenden Katastrophen sowie Seuchen dezimierte sich die Bevölkerung aber schnell und verlor wesentliche technische Errungenschaften. Bald organisierten sich die Überlebenden in Baronien und Gilden und bauten Burgen und Festungen. Eine autonome Rolle nehmen allerdings die Drachenreiter ein: Menschen, die sich telepathisch mit feuerspeienden Flugechsen verbinden können und die erste Verteidigungslinie für Gefahren aus dem All bilden. Denn alle paar hundert Jahre passiert der Rote Stern Pern, ein anderer Planet, der fadenförmige Sporen absondert, die eine verheerende Wirkung haben. Eines der wenigen Mittel, mit denen man sie vernichten kann, ist Feuer. Deshalb züchtete eine Genetikerin die auf Pern heimischen kleinen Feuerechsen zu flugfähigen Drachen heran. Auch McCaffreys Romane lassen sich unabhängig voneinander lesen und umspannen mehrere Jahrhunderte in der Geschichte Perns.

 

Die Zeitfalte von Madeleine L‘Engle

In Amerika gilt A Wrinkle in Time – so der Originaltitel – als Kinderbuchklassiker, dessen Zauber über Jahrzehnte hinweg junge wie alte Leser verfallen sind. Hierzulande ist d’Engles Buch wenig bekannt. Das könnte sich ändern, wenn 2018 eine neue Walt Disney-Verfilmung mit Reese Witherspoon, Chris Pine und Oprah Winfrey in die Kinos kommt. Heldin des Romans ist die Außenseiterin Meg, die mit ihren Geschwistern allein von ihrer Mutter, einer Wissenschaftlerin, großgezogen wird. Ihr Vater – ebenfalls Wissenschaftler – verschwand vor Jahren spurlos. Eines Tages eröffnet ihr ihre reichlich seltsame Nachbarin Frau Wasdenn, dass ihr Vater auf einem fremden Planeten gefangen gehalten wird. Frau Wasdenn stellt sich als ein Mitglied eines übernatürlichen Trios heraus, das Meg dabei unterstützt, mittels eines Tesserakts die Zeit zu falten und quer durch das Universum zu reisen. So besuchen sie nicht nur einen Planeten, der von einer dunklen Macht beherrscht wird, sondern retten auch Megs Vater. Das Buch – wie seine Sequels – wird dafür gelobt, dass die Autorin ihr vorwiegend jugendliches Publikum nicht unterschätzt, sondern im Rahmen der Geschichte Erklärungen zu wissenschaftliche Thesen und Mechanismen einfließen lässt. Auf Deutsch ist das Buch derzeit als Graphic Novel erhältlich, oder antiquarisch.

 

Die sterbende Erde von Jack Vance

Anders als die vier oben vorgestellten Buchreihen nimmt Jack Vance seine Leser nicht mit in eine weit, weit entfernte Galaxis. Er wählt als Setting unsere Erde, allerdings in einer fernen Zukunft, in der die Sonne kurz vor dem Verlöschen steht und die Menschheit in den Ruinen untergegangener Zeiten lebt. Neben Wissenschaftlern, Musikern und Außerirdischen, die die Erde besuchen, gibt es Zauberer. Die Magie funktioniert bei Vance recht technisch: Ein Zauberer muss komplexe Sprüche auswendig lernen, um sie anwenden zu können. Einmal ausgesprochen, sind sie wieder vergessen und muss erneut erlernt werden. Wem das bekannt vorkommt: Die Macher des Rollenspielsystems Dungeons & Dragons haben Jack Vance Geschichten – Die sterbende Erde ist ein Episodenroman – als eine ihrer Inspirationsquellen angegeben.

Share:   Facebook