Die Verleihung des Hugo Awards 1984.
KOLUMNE

Die Hugo Awards 1984: Das waren die Gewinner


Im Orwell-Jahr wurden die Hugos auf dem LACon II in Anaheim (Los Angeles) verliehen.

Toastmaster: Robert Bloch

Novel

David Brin: Startide Rising

(Buchausgabe bei Bantam; dt. Sternenflut, Kn 5794, H 4450, H 5794, H 8208, H 16416 und H 31452)

Die Verleihung des Hugo Awards 1984.
Die Verleihung des Hugo Awards 1984.
Die Verleihung des Hugo Awards 1984.

Die Menschheit hat Kontakt zu der Zivilisation der fünf Galaxien, einem Verbund intelligenter Spezies, die in der Lage sind, andere Lebensformen zu »liften«, das heißt, sie auf eine höhere Intelligenzstufe zu befördern. Auf der Erde wurde dies bereits mit zwei irdischen Spezies vollzogen, nämlich mit Delfinen und Schimpansen. Allerdings hat die Menschheit noch nicht herausfinden können, ob oder durch wen sie selbst geliftet wurde. Außerdem gelten die Menschen als Wölflingsrasse, da sie es aus eigener Kraft geschafft haben, die Raumfahrt zu entwickeln, und genießen daher ein gewisses Ansehen unter den anderen Völkern der fünf Galaxien.

Nun hat das terranische Raumschiff Streaker, dessen Besatzung aus einhundertfünfzig Neo-Delfinen, sieben Menschen und einem Neo-Schimpansen besteht, weit draußen im Raum überraschend eine riesige Flotte uralter verlassener Raumschiffe entdeckt. Es sind fünfzigtausend Schiffe, jedes so groß wie ein Mond. Unvorsichtigerweise hat man diese Entdeckung zur Erde gemeldet, wodurch auch andere Spezies darauf aufmerksam werden und sofort ganze Flotten losschicken, um der Besatzung der Streaker das Geheimnis des genauen Fundortes zu entreißen. Man muss sich also verstecken und landet deshalb auf der Wasserwelt Kithrup. Auf einer der wenigen Inseln des Wasserplaneten findet die Besatzung der Streaker die Kiqui, eine Spezies halbwegs intelligenter Pelztiere, die durchaus für ein Uplifting in Frage kommen. Die Wissenschaftlerteams arbeiten daran, das Geheimnis des Planeten zu entschlüsseln, und gelangen tatsächlich zu Ergebnissen, die neue, überraschende Erkenntnisse über einige der angesehenen Spezies der Fünf Galaxien bringen. Aufgrund einiger Experimente der Wissenschaftler kommt es auf der Streaker zu Auseinandersetzungen und schließlich sogar zu einer Meuterei.

Währenddessen sind die verfolgenden Raumflotten mehrerer Spezies dabei, sich in der Nähe des Wasserplaneten gegenseitig in Raumschlachten zu verwickeln. Der Delfin-Captain Creideiki sowie der Mensch Thomas Orley suchen verzweifelt nach einer Fluchtmöglichkeit zum nächsten Transferpunkt.

Startide Rising ist nicht der erste Roman des UPLIFT-Zyklus von David Brin (*1950). Im zuvor erschienenen Sundiver (1980 bei Bantam; dt. Sonnentaucher, H 5278) erfährt der Leser von Ereignissen, die etwas früher spielen. Abgeschlossen wurde die erste Trilogie durch The Uplift War (1987 bei Bantam; dt. Entwicklungskrieg, H 4634). Ab Mitte der 90er Jahre folgte die Uplift-Storm-Trilogie mit den Titeln Brightness Reef (1995 bei Bantam; dt. in zwei Teilen: Sternenriff, G 24759 und Fremder der fünf Galaxien, G 24760), Infinity’s Shore (1996 bei Bantam; dt. in zwei Teilen: Das Ufer der Unendlichkeit, G 24761 und Die Botschaft der Delphine, G 24803) und Heaven’s Reach (1998 bei Bantam; dt. in zwei Teilen: Ring der Sonnen, G 24804 und Am Grenzpunkt der Ewigkeit, G 24805).

Weitere Nominierungen:

R. A. MacAvoy: Tea With the Black Dragon

(Buchausgabe bei Bantam; dt. Stelldichein beim schwarzen Drachen, G 8543)

John Varley: Millenium

(Buchausgabe bei Berkley; dt. Millenium: eine Jahrtausendliebe, B 24065)

Anne McCaffrey: Moreta: Dragonlady of Pern

(Buchausgabe bei Del Rey; dt. Moreta – Die Drachenherrin von Pern, H 4196)

Isaac Asimov: The Robots of Dawn

(Buchausgabe bei Doubleday; dt. Aurora oder Der Aufbruch zu den Sternen, H 6579)

Novella

Timothy Zahn: »Cascade Point«

(Dezember 1983 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Man hat herausgefunden, wie man Wurmlöcher, die titelgebenden »Cascade Points«, durchfliegen kann, um die langen Reisen zu weit entfernten Sternen abzukürzen. Doch die Navigation durch die Wurmlöcher ist sehr kompliziert und verlangt den Navigatoren viel ab. Der Eintrittswinkel ins Wurmloch bestimmt nicht nur wo, sondern auch wann man wieder herauskommt. Auch der Flug durch das Wurmloch ist beschwerlich, denn es treten allerlei unerfreuliche Effekte auf, die man am besten schlafend übersteht. Einer der Effekte ist, dass man sich selbst mehrfach und verzerrt wahrnimmt, und einige behaupten, dass dies Abbilder aus parallelen Universen sein könnten. Captain Durriken von der ›Aura Dancer‹, einem Schiff einer Billig-Transportgesellschaft, bevorzugt es jedoch, das Wurmloch wach zu durchfliegen. Er ist allerdings auch etwas verrückt, genauso wie die meisten seiner Besatzungsangehörigen. Der Psychiater Dr. Lanton kommt gemeinsam mit seinem Patienten Bradley an Bord, denn er will die Wurmloch-Effekte während der zehn Sprünge zum Planeten Taimyr zur Therapie nutzen. Als man jedoch bei Taimyr ankommt, sind die 200 Millionen Bewohner des Planeten samt aller Städte verschwunden. Man findet heraus, dass das Schiff durch einen Navigationsfehler in einem Paralleluniversum gelandet ist, in dem sich die Menschheit auf der Erde gar nicht erst entwickelt hat. Nun muss man herausfinden, wie man den Navigationsfehler korrigieren kann, um wieder ins eigene Universum zurückkehren zu können. Ohne allzu viel zu verraten: Es gibt ein Happy End.

Timothy Zahn (*1951) ist heute vor allem für bisher neun STAR WARS-Romane bekannt, die seit Anfang der 90er Jahre erscheinen. Er schrieb aber auch mehrere eigene Serien, von denen drei auch auf Deutsch vorliegen (Blackcollar, Cobra und Eroberer), ausnahmslos Space Operas. Für »Cascade Point« hat er seinen bislang einzigen Hugo gewonnen.

Weitere Nominierungen:

Greg Bear: »Hardfought«

(Februar 1983 in ASIMOV’S SF; dt. »Der Feind in mir«, in Wahren [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 23. Folge, H 4140)

Joseph H. Delaney: »In the Face of My Enemy«

(April 1983 in ANALOG; dt. »Im Gesicht meines Feindes«, in Wollheim/Saha [Hrsg.]: World’s Best SF 3, B 24058)

David R. Palmer: »Seeking«

(Februar 1983 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Hilbert Schenck: »Hurricane Claude«

(April 1983 in F&SF; nicht auf Deutsch)

Novelette

Greg Bear: »Blood Music«

(Juni 1983 in ANALOG; dt. »Blut-Musik«, in Wollheim/Saha [Hrsg.]: World’s Best SF 3, B 24058; »Musik des Blutes« in Michael Nagula [Hrsg.]: Atomic Avenue, H 4704, in Jonathan Gates [Hrsg.]: Die 20 besten SF-Stories, G 25029 und in Bear: Tangenten, H 5663; »Die Musik des Blutes«, in Hans Joachim Alpers [Hrsg.]: Kopernikus 11, M 3637)

Der Erzähler der Geschichte ist Edward Milligan – ein Gynäkologe an einer Geburtsklinik –, und er trifft einen alten Bekannten namens Vergil, den er als blassen, dicklichen Mann in Erinnerung hatte und der nun schlank, durchtrainiert und braungebrannt aussieht. Vergil erzählt ihm eine unglaubliche Geschichte: Er war im biologischen Forschungslabor eines großen Konzerns angestellt und hat mikroskopisch kleine Biochips entwickelt, die in der Lage sind, Körperzellen zu verändern und umzuprogrammieren. Diese Biochips haben sich zusammengeschlossen und Veränderungen bewirkt, die intelligent erscheinen und weit über alle Erwartungen hinausgingen. Als der Konzern dies bemerkte, bekam man Skrupel, entließ Vergil und vernichtete die Forschungsergebnisse. Doch Vergil hat sich vorher die Biochips in seine eigene Blutbahn injiziert. Nun untersucht ihn der Erzähler mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln und findet heraus, dass sein Körper sich massiv verändert hat. Die Organe arbeiten effizienter, und Rippen und Wirbelsäule wurden umgestaltet, wodurch sie stabiler sind. Auch die Gelenke sind verbessert. Doch Vergil befürchtet, dass sich die Chips selbst weiterentwickeln und womöglich in sein Gehirn vorstoßen könnten. Schließlich wendet sich Vergil an einen anderen Arzt, der dafür sorgen will, dass Vergil wieder mit dem Konzern zusammenarbeiten kann und dort die bestmöglichen Untersuchungen erhält.

Tage später erreicht Edward eine Art Notruf von Vergil. Er sucht ihn zu Hause auf und trifft ihn in der Badewanne an. Das Wasser ist blutrot, was bedeutet, dass die Chips den Körper verlassen haben und die Außenwelt erkunden. Edward packt das Grauen, als er sich die Konsequenzen ausmalt, und er tötet Vergil mit einer elektrischen Höhensonne, die er ins Wasser wirft. Doch es ist zu spät, Edward und seine Frau sind bereits von den Chips infiziert und verwandeln sich innerhalb von kurzer Zeit in etwas völlig Neuartiges ...

Greg Bear (*1951) hatte bereits im Alter von sechzehn Jahren seine erste Erzählung an ein professionelles Magazin verkaufen können, seit 1977 publiziert er regelmäßig. 1979 erschien sein erster Roman mit dem Titel Hegira (1979 bei Dell; dt. Die Obelisken von Hegira). Doch mit »Blood Music« gelang ihm sein erster großer Achtungserfolg, für den er auch den Nebula Award erhielt. Ein Jahr später arbeitete er die Erzählung zu einem Roman aus, der ebenfalls für den Hugo nominiert wurde. Viele erfolgreiche Romane sollten folgen.

Weitere Nominierungen:

George R. R. Martin: »The Monkey Treatment«

(Juli 1983 in F&SF; dt. »Die Affenkur«, in Fuchs [Hrsg.]: Das Fest des heiligen Dionysos, Kn 5790)

Connie Willis: »The Sidon in the Mirror«

(April 1983 in ASIMOV’S SF; nicht auf Deutsch)

Ian Watson: »Slow Birds«

(Juni 1983 in F&SF; dt. »Langsame Vögel«, in Watson: Kreuzflug, SL 676)

Kim Stanley Robinson: »Black Air«

(März 1983 in F&SF; dt. »Schwarze Luft«, in Hahn [Hrsg.]: The Magazine of Fantasy and Science Fiction, 70. Folge: Willkommen in Coventry, H 4127; auch in Robinson: Geschöpfe der Sonne, B 24104)

Short Story

Octavia E. Butler: »Speech Sounds«

(Dezember 1983 in ASIMOV’S SF; dt. »Der süße Klang des Wortes«, in Wahren [Hrsg.]: Isaac Asimov’s Science Fiction Magazin, 28. Folge, H 4366)

Octavia Butler (1947–2006) malt in dieser kurzen Erzählung eine düstere Zukunft aus: Eine schreckliche Krankheit hat die gesamte Menschheit befallen. Viele sind daran gestorben, die Überlebenden haben ähnliche Symptome wie nach einem Schlaganfall. Bei fast allen ist das Sprachvermögen verloren gegangen, selbst Lesen und Schreiben kann so gut wie niemand mehr. Die Hauptfigur der Geschichte ist eine Frau namens Valerie Rye, die mit einem der selten fahrenden Busse reist und dabei in eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern gerät. Sie kann sich behaupten und lernt dabei einen Mann kennen, der sich als Polizist gekleidet hat. Er nimmt sie in seinem Auto mit, und die beiden freunden sich an. Durch Zeichensprache verständigen sie sich, dass er sie nach Hause bringt. Unterwegs werden sie Zeuge einer Bluttat: Ein fremder Mann geht auf eine Frau mit einem Messer los und ersticht sie. Der Polizist will einschreiten, wird aber erschossen, woraufhin Rye den Mörder erschießt. Zwei kleine Kinder kommen aus dem Haus gelaufen, vermutlich die Kinder der toten Frau. Rye will eigentlich nichts mit ihnen zu tun haben, aber ihr Gewissen obsiegt. Sie lädt die tote Mutter und den Polizisten in das Auto und bemerkt dabei, dass die Kinder miteinander sprechen. Es ist ein Wunder, so scheint es Rye, und sie gibt am Ende zu erkennen, dass auch sie noch in der Lage ist zu sprechen.

Auf nur wenigen Seiten erschafft Butler eine ganze Welt der Trostlosigkeit, ein Bild der dem Untergang geweihten Menschheit. Und schließlich gibt es am Ende die Hoffnung auf einen Neubeginn. Eine großartige Geschichte einer grandiosen Erzählerin.

Weitere Nominierungen:

Frederik Pohl: »Servant of the People«

(Februar 1983 in ANALOG; dt. »Diener des Volkes«, in Alpers [Hrsg.]: Analog 8, M 3639)

Hilbert Schenck: »The Geometry of Narrative«

(August 1983 in ANALOG; nicht auf Deutsch)

Gardner Dozois: »The Peacemaker«

(August 1983 in ASIMOV’S SF; nicht auf Deutsch)

William F. Wu: »Wong’s Lost and Found Emporium«

(Mai 1983 in AMAZING; dt. »Wongs Fundsachen«, in Alpers [Hrsg.]: Gefährten der Nacht, M 1821)

Non-Fiction Book

Donald Tuck: Encyclopedia of Science Fiction and Fantasy, vol. III

(Buchausgabe bei Advent; nicht auf Deutsch)

Der Australier Donald H. Tuck (1922–2010) hatte bereits 1962 einen Special Award für sein Handbook of Science Fiction and Fantasy erhalten. Ab 1974 erschien dann die dreibändige The Encyclopedia of Science Fiction and Fantasy: a bibliographic survey of the fields of science fiction, fantasy and weird fiction through 1968. Für die ersten beiden Bände wurde er bereits 1979 mit dem World Fantasy Award ausgezeichnet. Mit dem dritten Band, für den er nun den Hugo erhielt, war das Werk abgeschlossen.

Weitere Nominierungen:

Joy Chant & George Sharp: The High Kings

(Buchausgabe bei Bantam; nicht auf Deutsch)

Charles Platt: Dream Makers, Vol. II

(Buchausgabe bei Berkley; nicht auf Deutsch)

Norman Spinrad: Staying Alive: A Writer’s Guide

(Buchausgabe bei Donning; nicht auf Deutsch)

Rowena Morrill: The Fantastic Art of Rowena

(Bildband bei Pocket; nicht auf Deutsch)

Dramatic Presentation

Return of the Jedi

(Lucasfilm; Drehbuch Lawrence Kasdan & George Lucas; Story George Lucas; Regie Richard Marquand; dt. Die Rückkehr der Jedi-Ritter)

Der dritte Film der STAR WARS-Serie scheint auf den ersten Blick schwächer zu sein als seine beiden Vorgänger, und die Handlung ist auch etwas banaler. Darin gibt es jede Menge seltsamer und unterhaltsamer Aliens, bis hin zu dem krötenartigen Jabba the Hutt. Es gilt für die Rebellenallianz, den im Bau befindlichen neuen Todesstern zu zerstören. Dazu begeben sich die Helden auf den von den teddybärähnlichen Ewoks bewohnten Mond Endor und kämpfen dort gegen die imperialen Streitkräfte. Der Imperator persönlich greift in das Geschehen ein, und als es zum Zweikampf zwischen Luke und dem Imperator kommt, ergreift Darth Vader für seinen Sohn Partei und tötet den Imperator. Schließlich gelingt es den Rebellen auch, den neuen Todesstern zu vernichten.

Trotz des furiosen Finales ist dieser Film weit weniger düster als der vorangegangene. Offenbar wollte George Lucas berücksichtigen, dass der größte Teil seines Publikums sehr jung ist.

Für die späteren DVD- und Blueray-Fassungen der ersten STAR WARS-Trilogie wurden die Special Effects erweitert und bearbeitet, um sie auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Die STAR WARS-Fans sind davon nicht durchgehend begeistert.

Weitere Nominierungen:

The Right Stuff

(The Ladd Company; Drehbuch Philip Kaufmann; Regie Philip Kaufmann; basiert auf dem gleichnamigen Buch von Tom Wolfe; dt. Der Stoff aus dem die Helden sind)

WarGames

(MGM; Drehbuch Lawrence Lasker & Walter F. Parkes; Regie John Badham; dt. War Games – Kriegsspiele)

Brainstorm

(MGM; Drehbuch Philip Frank Messina & Robert Stitzel; Story Bruce Joel Rubin; Regie Douglas Trumbull; dt. Projekt Brainstorm)

Something Wicked This Way Comes

(Bryna/Disney; Drehbuch Ray Bradbury; Regie Jack Clayton; basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ray Bradbury; dt. Das Böse kommt auf leisen Sohlen)

Professional Editor

Die Verleihung des Hugo Awards 1984.
Die Verleihung des Hugo Awards 1984.
Die Verleihung des Hugo Awards 1984.

Shawna McCarthy

Shawna McCarthy (*1954) war von 1983 bis 1985 Herausgeberin von ISAAC ASIMOV’S SCIENCE FICTION MAGAZINE, und in allen drei Jahren war sie als ›Best Professional Editor‹ nominiert, hat den Hugo jedoch nur einmal gewonnen. Sie brachte Erzählungen von Mary Gentle, Greg Bear, Isaac Asimov, Lewis Shiner, Jack McDevitt, Brian W. Aldiss, Connie Willis, Frederik Pohl, Norman Spinrad, Pat Cadigan, Ursula K. Le Guin, Ian Watson und eine der ersten Kurzgeschichten von Dan Simmons. Die wichtigsten Texte waren »Hardfought« von Greg Bear, »Speech Sounds« von Octavia E. Butler und die Novella »Dramocles« von Robert Sheckley.

Weitere Nominierungen:

David Hartwell
Terry Carr
Edward L. Ferman
Stanley Schmidt

Professional Artist

Michael Whelan

Achtzehn neue Buchcover schmückte im Jahr 1983 ein Bild von Michael Whelan, darunter Titel wie The Floating Gods von M. John Harrison, For Love of Mother-Not von Alan Dean Foster, Friday von Robert A. Heinlein, Foundation’s Edge von Isaac Asimov und Hoka! von Gordon R. Dickson und Poul Anderson.

Weitere Nominierungen:

Rowena Morrill
Don Maitz
Barclay Shaw
Val Lakey Lindahn

Semi-prozine

LOCUS (Charles N. Brown)

In den vorangegangenen Jahren hatte LOCUS den Hugo jeweils in der Rubrik ›Best Fanzine‹ gewonnen. 1984 wurde eine neue Rubrik eingeführt, nämlich ›Best Semi-prozine‹, also eine Rubrik für das beste semiprofessionelle Magazin. Gemeint sind Magazine, die zwar Honorare zahlen, jedoch nicht so viel, dass die Autoren oder Herausgeber davon leben könnten, während Fanzines generell keine Honorare zahlen und reine Hobbypublikationen sind.

1983 erschienen zwölf Ausgaben mit jeweils 32 bis 48 Seiten. Die bekannten Rubriken wurden fortgeführt, es gab Berichte vom Worldcon und Marktberichte sowie zahlreiche Buchrezensionen. Außerdem gab es Beiträge u. a. von Fritz Leiber, Faren Miller, Dan Chow, Vladimir Gakov, Norman Spinrad, Gregory Benford und Michael Moorcock sowie Briefe von Damon Knight, Robert A. Heinlein, Ian Ballantine, Isaac Asimov, Harlan Ellison, Marion Zimmer Bradley, Ben Bova, Piers Anthony, Robert Silverberg, Lester Del Rey, Hal Clement, Joe Haldeman, Arthur C. Clarke, Damon Knight und Gene Wolfe.

Weitere Nominierungen:

SCIENCE FICTION CHRONICLE (Andrew Porter)
SCIENCE FICTION REVIEW (Richard E. Geis)
FANTASY NEWSLETTER/FANTASY REVIEW (Robert A. Collins)
WHISPERS (Stuart David Schiff)

Fanzine

FILE 770 (Mike Glyer)

Mike Glyers Fanzine FILE 770 war seit seinem ersten Erscheinen im Jahr 1979 jedes Jahr für den Hugo nominiert. 1984 schließlich konnte er den Preis erringen, was unter anderem der Tatsache geschuldet war, dass die bisherigen schärfsten Konkurrenten LOCUS, SCIENCE FICTION REVIEW und SCIENCE FICTION CHRONICLE ins semiprofessionelle Lager gewechselt waren. Glyler berichtete in FILE 770 über Fanclubs, Conventions, fannische Projekte, einzelne Fan-Persönlichkeiten, andere Fanzine und Preisverleihungen.

Weitere Nominierungen:

ANSIBLE (Dave Langford)
THE PHILK FEE-NOM-EE-NON (Paul J. Willett)
IZZARD (Patrick & Teresa Nielsen Hayden)
HOLIER THAN THOU (Marty & Robbie Cantor)

Fan Writer

Mike Glyer

Ein Doppelsieg für Mike Glyer, denn nicht nur sein Fanzine FILE 770 errang den Hugo, sondern auch er persönlich. Seine Berichterstattung über das Fandom hatte ihm viele Sympathien eingebracht und ihn zum Informationszentrum für sämtliche fannischen Aktivitäten im anglo-amerikanischen Umfeld werden lassen.

Weitere Nominierungen:

Richard E. Geis
Dave Langford
Teresa Nielsen Hayden
Arthur D. Hlavaty

Fan Artist

Alexis Gilliland

Bereits der dritte Hugo ging an Gilliland für seine lustigen Cartoons, die ab 1983 auch in AMAZING abgedruckt wurden.

Weitere Nominierungen:

William Rotsler
Joan Hanke-Woods
Brad W. Foster
Stu Shiffman

Campbell Award

R. A. MacAvoy

Roberta Ann MacAvoy (*1949) schrieb fast ausschließlich Romane und debütierte 1983 mit Tea with the Black Dragon (Bantam; dt. Stelldichein beim schwarzen Drachen). Sie schreibt hauptsächlich Fantasy und verwendet dabei oftmals keltische oder taoistische Thematiken. Seither sind ein knappes Dutzend weiterer Romane erschienen, die zum überwiegenden Teil zu drei Serien gehören. Fünf Bücher wurden auch ins Deutsche übersetzt; allerdings ist darunter kein Roman, dem innerhalb des Genres eine größere Bedeutung zuzumessen wäre.

Weitere Nominierungen:

Joseph H. Delaney
Lisa Goldstein
Warren Norwood
Sheri S. Tepper
Joel Rosenberg

Special Awards

Larry T. Shaw as one of the unsung editors in the field

Lawrence Taylor Shaw (1924–1985) wurde – mehr oder weniger stellvertretend für all die in Vergessenheit geratenen Herausgeber der frühen Jahre der SF-Magazine – mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Er war von 1955 bis 1958 Herausgeber des Magazins INFINITY SCIENCE FICTION und 1956 bis 1958 von SCIENCE FICTION ADVENTURES. In den beiden Magazinen, die nicht gerade zu den Marktführern gehörten, erschienen so erinnerungswürdige Texte wie Arthur C. Clarkes »The Star« (November 1955 in INFINITY; dt. »Der Stern«), Jack Vance’ »The Men Return« (Juli 1957 in INFINITY; dt. »Die Menschen kehren zurück«) oder Brian W. Aldiss’ »But Who Can Replace a Man?« (Juni 1958 in INFINITY; dt. »Die Herrschaft der Maschinen« bzw. »Wer kann den Menschen ersetzen?«). Außerdem druckte Shaw Geschichten von Autoren wie Fritz Leiber, Harlan Ellison, Isaac Asimov, Robert Sheckley, William Tenn, Lester del Rey, Frederik Pohl, C. M. Kornbluth, Robert Silverberg, Gordon R. Dickson und Poul Anderson, allerdings sicherlich nicht die besten Erzählungen dieser Autoren.

Robert Bloch for 50 years as a science fiction professional

Robert Bloch (1917–1994) ist heute vor allem für seinen von Alfred Hitchcock verfilmten Roman Psycho (1959; dt. Psycho) bekannt, aber auch für viele Kriminalromane. Doch er war schon seit früher Kindheit Fan, las WEIRD TALES und kam im Alter von fünfzehn Jahren durch Leserbriefe in Kontakt mit Autoren wie H. P. Lovecraft, August Derleth, Clark Ashton Smith und E. Hoffmann Price. 1934, also zwei Jahre später, erschienen seine ersten Erzählungen in professionellen Magazinen, beginnend mit »Lilies« (Winter 1934 in MARVEL TALES). Bis zu seinem Tod schrieb er fast 400 SF-, Fantasy-, Horror- und Mystery-Erzählungen, die in mehr als 40 Erzählungsbänden nachgedruckt wurden, ganz zu schweigen von mehr als einem Dutzend Kriminalromanen, die von 1947 bis 1984 erschienen.

Darüber hinaus blieb Bloch aber immer dem Fandom eng verbunden. Zweimal war er Fan-Ehrengast, und zwar auf den WorldCons 1948 und 1973, und sogar viermal Toastmaster bei den Hugo-Verleihungen: 1956, 1959, 1972 und 1984.

 

 

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Hardy Kettlitz hat in seinem Buch „Hugo Awards 1953-1984” (erschienen 2015 bei Golkonda) die Gewinner des berühmten Hugo Awards – einem der wichtigsten Science-Fiction-Preise der Welt – zusammengetragen und erklärt, warum die Preisträger zu Gewinnern wurden. Genau diesen Überblick über die Geschichte der Science Fiction möchten wir mit euch teilen. 

 

© 2015 by Hardy Kettlitz

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